Deutsche Bank: US-Bankenaufsicht stellt zehn gravierende Mängel fest

8. August 2014 - 11:22 - keine Kommentare

Die Deutsche Bank steht einmal mehr in der Kritik der Bankenaufsicht: In Prüfungsprotokollen wurden zehn schwere Mängel an Buchführung und Techniksystemen festgestellt, die bis 2015 behoben werden sollen. Der Konzern verwies auf die bereits getätigten Investitionen in Systeme und Kontrollen.

Mit rund 6.000 Rechtsverfahren hat die Deutsche Bank derzeit keinen guten Stand und nun hat die US-Bankenaufsicht auch noch das Risikomanagement bemängelt: Die internen Kontrollen, die technischen Systemen und etliche Punkte innerhalb der Buchführung seien nach der Halbjahresprüfung 2014 als defizitär eingeschätzt worden, weshalb man laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ das Geldinstitut aufgefordert habe, gründlich aufzuräumen. Das Magazin bezieht sich auf ein „Mitglied des Führungskreises“ der Bank, wie es in Medienberichten heißt. Was im Falle eines Versäumnisses der Erfüllung der Auflagen geschehen würde, konnte nicht ermittelt werden.

Deutsche Bank im Visier der US-Bankenaufsicht

Insgesamt sollen zehn Mängel festgestellt worden, die als „schwerwiegend“ bezeichnet wurden. Die Deutsche Bank steht, ebenso wie andere ausländische Geldinstitute, seit der Finanzkrise unter besonderer Beobachtung der US-Bankenaufsicht – schon nachdem die Zahlen für das zweite Quartal 2014 veröffentlicht wurde hatte Finanzvorstand Stefan Krause auf die Kritik mit dem Hinweis reagiert, dass der Konzern die Compliance-Systeme verbessern wolle und auch schon darin investiert habe.

Eine Milliarde Euro soll aufgewendet werden, damit die Kontrollmöglichkeiten und internen System runderneuert werden können, wie schon im vergangenen Dezember angekündigt wurde. Krause verwies aber auch auf die benötigte Zeit, um diese komplexe Umstrukturierung umzusetzen, während er die Finanzberichte der Deutschen Bank als „verlässlich“ bezeichnete. Zudem seien die Anforderungen gestiegen und um diese erfüllen zu können, habe die Deutsche Bank den Plan gefasst, weltweit 1.300 neue Mitarbeiter einzustellen, 500 davon sollen dann in den USA tätig sein.

Großbank wird derzeit mit 6.000 Rechtsstreitigkeiten konfrontiert

Während in den USA die Bankenaufsicht die Tochtergesellschaften im Auge behält, müssen sich die Führungsmitglieder in Deutschland wegen mutmaßlich manipulierter Zinsen vor der BaFin rechtfertigen. Erst im Mai wurde den Aktionären der Deutschen Bank von den 6.000 Strafverfahren berichtet, die Rückstellungen für Rechtsrisiken wurden auf 2,2 Milliarden Euro erhöht.

Bild:Deutsche Bank von ell brown, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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