Sanktionen gegen Russland: Putin reagiert mit wirtschaftlicher Isolation

7. August 2014 - 10:42 - keine Kommentare

Die EU und die USA haben ihre Sanktionen gegen Russland verschärft: Das Land soll nicht mehr mit bestimmten Waren beliefert werden, Bankkonten werden eingefroren und Einreisesperren wurden ausgesprochen. Präsident Putin hat daraufhin ein isolatives Dekret erlassen, dass seinerseits Importstopps verordnet.

Mancherorts wird bereits von einem „Wirtschaftskrieg“ gesprochen, von einem „Handelskrieg“ oder „Finanzkrieg“:  Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf die Sanktionen, die durch die Staaten der Europäischen Union und durch die USA verschärft wurden, mit eigenen Verboten reagiert. Mit Einfuhrstopps von westlichen Waren und Gütern will Russland einerseits zeigen, dass die Wirtschaft nicht vom Westen abhängig ist, zum anderen, dass man sich nicht politisch erpressen lässt und auf einer weiteren Ebene selbst Druck gegen die Staatengemeinschaft ausüben. Experten sehen jedoch keinen Segen in der Isolation.

Russlands Wirtschaftsisolation: Putins Reaktion auf Sanktionen

Präsident Putin scheint an die EU- und US-Sanktionen gemäß dem Motto „wer nicht mit mir spielen will, mit dem will ich auch nicht spielen“ heranzugehen – und dies auch nicht völlig ungerechtfertigt. Die westlichen Staaten wollten durch die Verschärfung der Wirtschaftsauflagen erreichen, dass das große Land in Europa und Asien seinen nicht geringen Einfluss auf die Separatisten in der Ostukraine geltend macht. Tatsächlich fühlt sich Russland jedoch von den Einschränkungen ermuntert, seine Größe und seinen Einfluss den westlichen Staaten zu beweisen.

Und dies soll nun mit eigenen Sanktionen bewerkstelligt werden: Auf die Einfuhrstopps der EU reagiert Putin mit eigenen Importverboten, auf die Weigerung, Technologie an Russland zu geben, mit der Angabe an Krankenhäuser, auf medizinisches Gerät aus dem Westen zu verzichten. Autos aus den EU-Staaten sollen zumindest von Personen in öffentlichen Ämtern nicht mehr gefahren werden und ausländische Straßenbahnen und Busse sollen nicht mehr in den Kommunen verkehren.

Importstopp für westliche Güter in Russland

Dabei muss sich Russland zunächst keine Sorgen um eine mögliche Unterversorgung machen: Da Geflügel aus den USA nicht mehr importiert werden soll, springt Brasilien gerne ein und Kredite könnten auch in befreundeten Ländern wie China kostengünstig eingeholte werden. Vizepremierminister Dmitrij Rogosin sprach sich für einen Ausbau der russischen Wirtschaft aus – ginge es nach ihm, würde die gesamte Industrieleistung im Inland erbracht werden. Das letzte Mal wurde dies während der Zeit der Sowjetunion geschafft.

Experten beobachten diese Isolationsstrategie hingegen mit Bestürzung: Bei einem Wirtschaftswachstum von gerade einmal 0,5 Prozent, einer befürchteten Inflationsrate von 7,5 Prozent und Verbindlichkeiten in Höhe von 370 Milliarden Euro im Ausland durch russische Unternehmen lassen sie nur wenig optimistisch auf die Ökonomie der Sanktionen Russlands blicken.

Bild:Wladimir Putin von IoSonoUnaFotoCamera, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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