Daten-Diebstahl: Russischer Hacker-Ring klaut mehr als eine Milliarde Userdaten

6. August 2014 - 11:18 - keine Kommentare

Einer russischen Hacker-Bande ist es gelungen, mehr als eine Milliarde Passwörter und Benutzernamen von Webseiten zu stehlen, auch 500 Millionen E-Mail-Accounts sollen betroffen sein: Bislang wurden damit nur Spam-Mails verschickt, doch Experten befürchten noch größere Gefahren durch den Daten-Diebstahl.

Ein Verbrecherring, der im Süden von Zentralrussland vermutet wird, hat einen der größten Daten-Diebstähle der Geschichte zu verantworten: Wie das Unternehmen „Hold Security“ aus Milwaukee bemerkt haben will, sollen 1,2 Milliarden Kombinationen aus Usernamen und Passwörtern von 420.000 Webseiten gestohlen worden sein, sowie 500 Millionen E-Mail-Adressen. Darunter sollen sich sowohl alte als auch neue, ungenutzte wie aktuelle Accounts befinden, die zum Großteil dafür verwendet wurden, Spam-Mails mit betrügerischem Inhalt und gefährlichen Anhängen zu versenden, wie die „New York Times“ berichtet.

Gigantischer Datendiebstahl: Hacker-Bande aus Russland unter Verdacht

Alex Holden, der Chef und Gründer von „Hold Security“, einem Sicherheitsunternehmen, das bereits mehrmals helfen konnte, Hack-Angriffe aufzudecken, gab an, dass auch große Konzerne unter den Opfern der russischen Bande seien und ihre Webseiten noch immer angreifbar wären. Um welche Firmen es sich handelt, wollte Holden nicht bekanntgeben. Dabei seien jedoch nicht nur US-Unternehmen angegriffen worden, sondern jegliche Webseite, derer die Hacker habhaft werden konnten „von Fortune-500-Konzernen bis hin zu sehr kleinen Webseiten“. Auch in Russland selbst sollen Webseiten betroffen sein.

Holden und andere Experten warnen davor, mit den Userdaten weiterhin so unbedarft umzugehen: Viele Unternehmen sind zunehmend von den Datensätzen und dem Vertrauen ihrer Kunden abhängig, daher sei es nötig, auch die Sicherheitsmodalitäten anzupassen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Laut Lillian Ablon von der RAND Corporation sei ein Anstieg in den Fähigkeiten der Hacker bemerkbar, während die Abwehr der Angriffe weniger stark ausgeprägt sei.

Passwörter, E-Mail-Adressen und Usernamen sollen gestohlen worden sein

Viel ist über den Hacker-Ring nicht bekannt, außer dass seine Server in Russland stehen und die Gruppe aus weniger als 12 Personen besteht, allesamt zwischen 20 und 30 Jahre alt und miteinander persönlich bekannt. Seit 2011 sollen sie als eher ungefährliche Spammer unterwegs gewesen sein, doch seit April sollen sich laut Alex Holden ihre Aktivitäten verstärkt haben – er mutmaßt, dass eine weitere Person oder Gruppe hinzugestoßen sein könnte, die Material, Techniken und Werkzeuge zur Verfügung gestellt habe. Bislang sollen die russischen Hacker die gestohlenen Datensätze noch nicht zum Verkauf angeboten haben, die Experten rechnen jedoch damit, dass aus diesem gewaltigen Coup noch mehr Geld herausgeschlagen werden soll.

Bild:Sicherheit im Internet von devdsp, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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