Umfrage zur Atomstiftung: Zustimmung zur Staatsfinanzierung des AKW-Rückbaus

5. August 2014 - 11:04 - keine Kommentare

Atomkraftwerk

Der Initiativkreis Ruhr hat eine Umfrage durchgeführt, um die Zustimmung zur Atomstiftung herauszufinden: Ein Großteil der Befragten soll demnach gegenüber der Idee offen sein, den Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls über eine staatliche Stiftung zu finanzieren.

Unter Berufung auf das „Handelsblatt“ berichten Zeitungen und Magazine über eine Umfrage, nach der die Gründung einer Atomstiftung befürwortet wird: 57 Prozent aller Befragten sollen demnach die Idee begrüßen, die Abwicklung der Kernkraftwerke und die atomare Endlagerung über eine Stiftung finanzieren zu lassen, die sich maßgeblich über Gelder des Bundes speisen würde. Teil der Umfrage soll auch die politische Orientierung gewesen sein: Demnach seien 68 Prozent der Unionsanhänger für die Einrichtung einer Altlastenstiftung für den Rückbau der Atomkraftwerke.

Umfrage: Großteil stimmt einer Atomstiftung zu

SPD-Wähler standen dem nur geringfügig nach – die vom Initiativkreis Ruhr durchgeführte Umfrage ermittelte eine 58-prozentige Zustimmung aus diesem politischen Lager und selbst die Wähler der Grünen konnten sich zu 52 Prozent für die Einrichtung einer staatlich geförderten Stiftung erwärmen. Weniger noch können sich nur die Linken-Wähler mit der Idee anfreunden: Lediglich 47 Prozent haben sich dafür ausgesprochen, 50 Prozent sind dagegen. Auf die gesamte Umfrage gesehen haben 35 Prozent gegen eine Atomstiftung gestimmt.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat schon im Mai darüber berichtet, dass die Atomwirtschaft die finanzielle Unterstützung des Bundes einfordern wolle – eine Milliarde Euro soll für jeweils ein AKW und dessen Rückbildung anfallen, die Endlagerungskosten würden sich hinzugesellen. 36 Milliarden Euro sollen in eine solche staatliche Stiftung einfließen, wenn es nach dem Willen von Johannes Teyssen von E.on, Peter Terium von RWE und Frank Mastiaux von EnBW ginge. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jedoch die Risikoverteilung der Kernkraftbetreiber auf staatliche Stellen abgelehnt, wenn sie sich auch nicht explizit gegen die Stiftungsidee gestellt hat.

Rückbau der Atomkraftwerke und Endlagerung auf Staatskosten

Ganz neu ist die Idee einer Stiftung derweil nicht: Schon 2011 hat das „Handelsblatt“ davon berichtet, dass die Risiken des Abbaus der Atommeiler auf die Gemeinschaft verteilt werden könnten – zu diesem Zeitpunkt haben sich allerdings die großen Energieunternehmen von diesem Vorschlag distanziert. Das Umfrageergebnis wird vielfach als Hinweis darauf gedeutet, dass die Befragten von den bisherigen Leistungen der Energieversorger in der Abwicklung der Atomkraft nicht angetan sind – während auch keine klare Formulierung der Ausrichtung und des Aufbaus einer Atomstiftung besteht, scheint für die Teilnehmer der Initiativkreis-Ruhr-Umfrage diese Möglichkeit vielversprechend zu sein.

Bild:Atomkraftwerk von Marcel G, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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