Giftige Algen im Eriesee: Trinkwasser in Ohio verseucht

4. August 2014 - 13:23 - keine Kommentare

Algen

400.000 Einwohner der Toledo-Region in Ohio müssen derzeit ohne Trinkwasser auskommen: Die Qualitätswerte des Eriesee, der als Wasserquelle dient, wurden als gefährlich eingestuft, vermutlich haben sich giftige Algen in rasanter Geschwindigkeit vermehrt. Vor dem Verzehr wurde aufgrund möglicher Nierenschäden gewarnt.

Die Wasservorräte von Toledo, Ohio, sollen durch Algen verunreinigt worden sein: Am vergangenen Samstag wurde eine Warnung ausgesprochen, das Leitungswasser zu trinken, da im Lake Erie, der das Wassernetz der Region speist, Microcystine, Giftstoffe bestimmter Cyanobakterien, die durch Blaualgen entstehen, gefunden wurden. Besonders schwierig wird die gefährliche Situation durch die Tatsache, dass ein Abkochen des Leitungswassers die toxischen Eigenschaften nur verstärken würde: Das Trinkwasser ist somit auch für Babynahrung ungeeignet, während Menschen und Tiere das Wasser aus dem Eriesee nicht zu sich nehmen sollen.

Algen- und Bakterienanstieg im Lake Erie: Toledo, Ohio ist ohne Trinkwasser

Auch solle man sich in Toledo, dessen Vororten und in einigen Teilen im Südosten von Michigan nicht mit dem Leitungswasser die Zähne putzen, Kinder sollten damit nicht duschen oder baden. Gouverneur John Kasich riet zur Vorsicht: Da zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar sei, wie lange die Verseuchung des Eriesees durch die Algen anhalte, müsse man entsprechende Vorkehrungen treffen. Seit der Warnung müssen die 400.000 Einwohner von Toledo mit abgefülltem Wasser versorgt werden.

Die lokalen Geschäfte und Supermärkte in einem Radius von bis zu 50 Meilen waren laut Medienberichten nicht auf einen solchen Ansturm vorbereitet und binnen kurzer Zeit, oftmals innerhalb einer halben Stunde nach Ladenöffnung, ausverkauft. Auch die Polizei musste mancherorts hinzugerufen werden, um die Wasserverkäufe in den Geschäften zu regulieren.

Offizielle Stellen sorgen dafür, dass vor allem die durch eine Unterversorgung mit Trinkwasser betroffenen Krankenhäuser, Altersheime, öffentlichen und privaten Gebäude genügend Wasserflaschen zur Verfügung gestellt bekommen. Auch das Rote Kreuz half am Wochenende bei der Ausgabe von Wasser, der Bürgermeister von Toledo, D. Michael Collins, versprach dafür zu sorgen, dass niemand ohne Trinkwasser auskommen muss.

Microcystine im Leitungswasser: Blaualgen verseuchen Eriesee

Laut Craig Butler, dem Direktor der Umweltbehörde von Ohio, waren die Microcystine-Werte bis zu dem plötzlichen Anstieg nicht ungewöhnlich hoch. Experten hatten allerdings damit gerechnet, dass die Algen-Population im September vor allem durch den Dünger der regionalen Landwirtschaft ansteigen würde. Allein im letzten Jahr wurden in Toledo 4 Millionen US-Dollar ausgegeben, um mit Chemikalien den Algenanstieg zu regulieren.

Bild:Algen von Hiltrud Möller-Eberth, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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