Bieterstreit: Iliad interessiert sich für T-Mobile US

1. August 2014 - 10:44 - keine Kommentare

Die Deutsche Telekom will sich von ihrem amerikanischem Ableger trennen: T-Mobile US soll schon seit langem abgestoßen werden und eigentlich galt es als gesichert, dass der Zuschlag an Sprint ginge. Doch nun ist aus Frankreich durch Iliad ebenfalls ein Angebot eingegangen.

Der US-Konkurrent Sprint liebäugelt seit wenigstens Dezember 2013 mit den Anteilen an T-Mobile US, die veräußert werden sollen. Im Juni erst wurden neue Zahlen bekannt, die eine hohe Verkaufssumme bei gleichzeitiger Beibehaltung einiger Anteile durch die Deutsche Telekom nahelegten – nun aber schein ein Bieterstreit entbrannt zu sein. Denn das französische Unternehmen Iliad will mit einem eigenen Angebot das Interesse anmelden: Demnach sollen 15 Milliarden Dollar im Raum stehen für 56,6 Prozent der Aktien.

T-Mobile US: Auch Iliad gibt ein Angebot zur Übernahme ab

Der US-amerikanische Markt hat sich für die Telekom als äußerst wechselhaft erwiesen. In den vergangenen Jahren wurde nicht nur mehrere Male der Verkauf angedacht – 2011 beispielsweise bot AT&T 39 Milliarden Dollar –, auch die Gewinn- und Verlustrechnung schwankte zwischen den Extremen: Im ersten Quartal 2013 wurden noch 107 Millionen Dollar Gewinn ermittelt, ein Jahr später musste T-Mobile US 151 Millionen Dollar Verlust verbuchen. Und das bei 2,4 Millionen neuen Kunden im gleichen Zeitraum.

Seit vergangenen Dezember über den Übernahmewunsch des US-Wettbewerbers Sprint berichtet, zuletzt belief sich dessen Angebot auf 40 Dollar pro Aktie zu einer Gesamtbewertung von 32 Milliarden Dollar – sollte einer der beiden Mitbieter den Zuschlag bekommen, würde die Deutsche Telekom trotzdem etliche Prozente an der amerikanischen Tochter behalten. Im Falle von Sprint werden 15 bis 20 Prozent gemutmaßt, sollte Iliad als einziger Interessent den Hauptteil der Aktien erstehen, könnten auch über 40 Prozent bei der Muttergesellschaft verbleiben.

Mobilfunkanbieter-Kauf: Sprint könnte ein Kartell-Problem bekommen

Eine Hürde, die beim Verkauf der T-Mobile US Anteile genommen werden müsste, ist in den Bestimmungen der Kartellwächter zu finden: Sprint ist auf dem US-Markt etabliert, sich die Konkurrenz anzueignen, könnte gegen den Wettbewerb verstoßen – aus diesem Grund soll auch der Deal mit AT&T gescheitert sein. Iliad hingegen ist ein Neuling in den Staaten und rechnet sich daher Vorteile aus. Da mit 33 Dollar pro Aktie ein deutlich geringeres Angebot steht, ist dies auch bitter nötig, denn die Franzosen legen für ihre Berechnungen den Aktienkurs zugrunde, der vor den Übernahmegerüchten Bestand hatte. Er ist enorm in die Höhe geschnellt, nachdem Mitte Dezember letzten Jahres das Interesse von Sprint an T-Mobile US bekannt wurde.

Bild: Deutsche Telekom von wuerml, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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