Männertreu in der ARD mit Matthias Brandt und Suzanne von Borsody

30. Juli 2014 - 19:50 - 1 Kommentar

Die ARD zeigt zum „FilmMittwoch im Ersten“ Hermine Huntgeburths Polit-Drama „Männertreu“: Matthias Brandt spielt einen Medienmacher, der über eine Affäre stolpert. Thea Dorns Drehbuch orientiert sich vage am Leben von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ohne aber biografisch zu sein.

Georg Sahl (Matthias Brandt), ist in „Männertreu“ Herausgeber der „Frankfurter Nachrichten“. Der stets korrekte und eloquente Medienmensch im grauen Anzug gilt als „letzter großer bürgerlicher Liberaler“ und so wird ihm angetragen, als nächster Bundespräsident infrage zu kommen – doch Sahl hat auch eine andere Seite und die wird ihm zum Verhängnis. Denn er wird von einer Affäre zur nächsten getrieben, seine Frau (Suzanne von Borsody) vertuscht die extrakurrikularen Aktivitäten, so gut sie kann. Doch seine aktuelle Geliebte Nina (Peri Baumeister) könnte Sahls Karriere beenden: Nach einem Streit läuft sie vor ein Auto und fällt ins Koma, die Medien schlachten das Verhältnis aus und es erscheint fraglich, ob der Kandidat wirklich ins Schloss Bellevue einziehen kann.

Männertreu: Polit-Drama mit Matthias Brandt und Suzanne von Borsody

Anders als „Der Rücktritt“ oder „Die Spiegel-Affäre“ basiert „Männertreu“ von Hermine Huntgeburth und ihrer Autorin Thea Dorn nicht auf einer tatsächlichen Begebenheit. Vielmehr werden in dem Polit-Drama allgemeine Probleme zwischen Öffentlichkeit und Privatleben behandelt, moralische Fragen gestellt und eben auch die persönlichen Aspekte der Figuren beleuchtet. Willi Brandts Sohn Matthias Brandt macht dabei als Georg Sahl eine hervorragende Figur, das schwierige Verhältnis des Zeitungsherausgebers zu seinem Sohn, der sein Übriges dazu tut, dass die Affäre auffliegt, könnte dabei auch als eine Art Aufarbeitung verstanden werden.

Doch eine solche Deutung wäre zu kurz gegriffen, zu sehr erinnert „Georg Sahl“ an Frank Schirrmacher, den jüngst verstorbenen Herausgeber der FAZ. Etliche der biografischen Eckpunkte werden im TV-Film verarbeitet, nur um dann doch in letzter Sekunde wieder ins Fiktionale herumzuschwenken. Dadurch bleibt allerdings die Frage offen, was „Männertreu“ eigentlich erreichen will. Als Machtparabel à la „House of Cards“ sind die Machenschaften nicht mächtig und verstörend genug, als Moralstück, das öffentliche und private Werte als unvereinbar entlarvt, funktioniert die Geschichte nicht, da man sich nicht zwischen den Aussagen entscheiden konnte.

Macht und Affären am FilmMittwoch im Ersten

Letztlich bleibt noch die Möglichkeit, dass hier einfach eine spannende, gut gespielte, gewitzt geschriebene und durchaus relevante Geschichte aus dem Politik- und Medien-Milieu präsentiert werden soll. Am den 30. Juli 2014 wird „Männertreu“ im Rahmen der „FilmMittwoch im Ersten“ Reihe um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen sein.

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Kommentare zu Männertreu in der ARD mit Matthias Brandt und Suzanne von Borsody

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Simone am 31. Juli 2014 - 20:56 Uhr

Der Film wirkt nachhaltig.Beschäftigt mich einen Tag danach noch. beide Hauptdarsteller geben eine Meisterleistung ab.

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