Russische Raketentest: USA werfen Verstoß gegen Abrüstungsverträge vor

29. Juli 2014 - 11:19 - keine Kommentare

Raketen Russland

Seit einigen Jahren entwickelt Russland eine ballistische Interkontinentalrakete: Die RS-26 „Rubesch“ wurde wenigstens vier Mal getestet, seit letztem Jahr zeigen sich die USA besorgt darüber. Nun wirft Washington Moskau vor, Abrüstungsverträge vom Ende des Kalten Krieges gebrochen zu haben.

Die Beziehung zwischen den USA und Russland wird erneut erschwert: Nachdem Edward Snowden Asyl zugestanden, die Krim annektiert, die ostukrainischen Separatisten unterstützt und das malaysische Flugzeug mit einer russischen Rakete abgeschossen wurde, drängen die Vereinigten Staaten auf Wirtschaftssanktionen gegen Präsident Putin – und haben nun zur Reihe der Vorwürfe noch die Verletzung von Abrüstungsverträgen aus dem Jahr 1987 hinzugefügt. Damals unterzeichneten Ronald Reagan und Michael Gorbatschow den Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF), der als großer Gewinn auf dem Weg der Annäherung der beiden Supermächte und zum Ende des Kalten Krieges gewertet wurde.

Raketentests: USA wirft Russland Vertragsbruch vor

Nun wird Russland vorgeworfen, diese Verträge durch Tests der ballistischen Interkontinentalrakete vom Typ RS-26 „Rubesch“ gebrochen zu haben: Noch in dieser Woche soll ein Report zur internationalen Einhaltung von Abrüstungsverträgen durch das US-Außenministerium vorgestellt werden, in dem festgehalten wird, dass Russland „landgestützte Marschflugkörper (GLCM) mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern besitzt, produziert und getestet hat“ und somit gegen die INF-Verträge verstoße, wie in der amerikanischen Zeitung „New York Times“ zitiert wird.

Neu ist die Information, dass Russland den Interkontinentalraketentyp testet, hingegen nicht: Laut der „New York Times“ finden bereits seit 2008 Raketentests statt, die RS-26 wurde im Mai 2012 erstmals erfolgreich gestartet – ein Test im September 2011 wurde als Fehlschlag gewertet. Auch im Oktober 2012 und im Juni 2013 wurden bei Kapustin Jar (Zielort Saryschagan) Raketen dieses Typus mit Erfolg abgefeuert.

Im Mai 2013 hatte Rose Gottemoeller, die Staatssekretärin für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit, gegenüber ihren russischen Kollegen angedeutet, dass diese Waffentests gegen Verträge verstoßen könnten. Auch die NATO wurde im Januar 2014 von den Tests informiert und von der Möglichkeit des Verstoßes gegen das „Intermediate-range Nuclear Forces Treaty“, die Regierung von Präsident Obama sei jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit gewesen, dies formell anzugeben.

Obama wirft Putin vor, Abrüstungsvereinbarungen missachtet zu haben

Seit Februar wurde die Angelegenheit vonseiten der Staatssekretärin nicht weiter behandelt, während von russischer Seite auf das „Aegis“ Raketensystem hingewiesen wurde, dass die USA in Rumänien stationieren wollen.

Präsident Barack Obama hat in einen Brief an seinen russischen Kollegen Wladimir Putin die Entscheidung, den Vertragsverstoß im Report zu thematisieren, angekündigt und gleichzeitig auch die Bereitschaft der USA erklärt, auf höchster Ebene mit Moskau darüber zu diskutieren, wie die Verträge von 1987 weiterhin eingehalten werden können.

Bild:Russland Raketen von yuribrisk , CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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