Tarifverhandlungen bei der Post: Weniger Geld für neue Mitarbeiter

28. Juli 2014 - 13:17 - keine Kommentare

Wer neu bei der Post anfängt, wird sich mit weniger Geld abfinden müssen als langjährige Mitarbeiter: In einem Zeitungsinterview hat Konzernchef Frank Appel angekündigt, bei den nächsten Tarifverhandlungen besonders auf die Einstiegsgehälter achten zu wollen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Auch die Post muss sich dem Konkurrenzdruck beugen – so zumindest sieht es der Vorstandsvorsitzende Frank Appel: Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ gab er an, die gerade bei Personalkosten günstiger agierenden Wettbewerber, allen voran UPS, würde es durch Kosteneinsparungen möglich sein, das Traditionsunternehmen einzuholen. Bei 480.000 Mitarbeitern, die weltweit in den einzelnen zur Post gehörenden Abschnitten, Tochterunternehmen und Bereichen beschäftigt sind, sind die Personalkosten mit einer der größten Finanzposten. Neue Mitarbeiter könnten demnach bei ihren Einstellungen demnächst weniger erreichen als jene, die seit vielen Jahren im Unternehmen sind und entsprechende Tarifgruppen erreicht haben.

Neue Mitarbeiter bei der Post sollen weniger verdienen

Frank Appel will daher schon im Vorfeld der Tarifgespräche den Standpunkt des Post-Vorstandes deutlichmachen: Man müsse sich „damit beschäftigen […], ob neue Mitarbeiter das gleiche Gehaltsniveau haben können wie die, die schon 30 Jahre dabei sind“, wird der Manager in der „SZ“ zitiert. Dabei sei das Finanzproblem der Post vor allem in der sinkenden Marge zwischen wachsendem Umsatz und den nicht wachsenden Gewinnen zu suchen – und so geht Appel auch davon aus, dass die bereits jetzt schon im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter an der Senkung der Kosten beteiligt werden sollen.

Dies würde „nicht allen gefallen“, sieht der Konzernchef voraus. Vor allem wenn im nächsten Jahr mit den Arbeitnehmervertretern über die neuen Tarife diskutiert wird, sollen aber die finanziellen Einsparungen als Möglichkeit zu mehr Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen als Argument angebracht werden.

Vorstandsvorsitzender Appel rechnet mit Porto-Erhöhungen

Appel sprach in der Zeitung auch über die anstehende Porto-Erhöhung: Schon in diesem Herbst soll erneut ein Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt werden, denn die Regel zur Anhebung der Brief- und Paket-Kosten seien erfüllt. Laut dem Vorstandsvorsitzenden würde dies gewährleistet, wenn die Inflationsrate 0,2 Prozent oder höher liegt. Frank Appel bezweifelt daher nicht, dass dem Antrag auf höheres Brief-Porto stattgegeben würde.

Bild: Deutsche Post von quinet, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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