Video Games: The Movie – Dokumentation über Geschichte und Wirtschaftlichkeit

17. Juli 2014 - 11:13 - keine Kommentare

Video Games The Movie

Mit „Video Games: The Movie“ sollte eine Dokumentation entstehen, die die gesamte Bandbreite der Computerspiel-Geschichte, der Faszination des Mediums, der sozialen Komponente, der Wirtschaftlichkeit, der Entwicklung und des Kunstaspekts abdeckt. Die vielversprechende Kickstarter-Produktion scheitert jedoch an ihrer Ziellosigkeit.

Seit einigen Jahren, spätestens seit dem Siegeszug der Playstation 3, der Xbox 360, von World of Warcraft und Grand Theft Auto, ist auch Nicht-Spielern klar, dass Videospiele ein ernstzunehmendes Medium in sämtlichen Belangen sind – von der Diskussion um Gewalt über die aufwendigen und realistischen Produktionen bis zum Wirtschaftsfaktor, der eine gigantische Industrie antreibt, Arbeitsplätze schafft und durch den Milliarden verdient werden. All dies und die Geschichte der ersten Heimcomputer, von Pac-Man und Super Marion, von Videospiel-Verfilmungen und E-Sports zu erzählen, soll der beinahe 100 Minuten lange Dokumentarfilm „Video Games: The Movie“ leisten, bleibt dabei aber hinter den Erwartungen weit zurück.

Video Games: The Movie – Dokumentation über Geschichte und Wirtschaftlichkeit

Und diese Erwartungen waren erschütternd hoch: Die Doku wurde per Kickstarter im Crowdfunding finanziert – die Fans und potentiellen Zuschauer also haben selbst ihr Geld in die Entwicklung des Films gesteckt. Unter den Computerspielern, die sich für das Thema begeisterten war auch „Scrubs“-Star Zach Braff, der als Hauptproduzent agierte und auch im Film auftritt. Neben ihm kommen auch weitere Bekanntheiten zu Wort, „Herr der Ringe“ und „Goonies“ Schauspieler Sean Astin übernimmt die Rolle des Erzählers.

Leider fehlt „Video Games: The Movie“ dabei aber eine klare Linie. Filmemacher Jeremy Snead wollte in seiner Dokumentation alles unterbringen, was sich in den nunmehr über 35 Jahren, in denen Computerspiele sich wachsender Begeisterung erfreuen, ergeben hat: Über Pong wird gesprochen, über den schon erwähnten Pac-Man, über die Atari-Krise, über verbuddelte „E.T.“ Kartuschen, über den Game Boy und die Nintendo-Maskottchen, über einst beliebte, aber letztlich gescheiterte Systeme, über den Advent der Next-Gen-Konsolen, über Video-Spiel-Heldinnen, über Wettbewerbe und Sportveranstaltungen, über Messen wie die E3, über misslungene Verfilmungen, über die Bedeutung für Gamer und Nicht-Gamer, über Gewalt- und Sex-Darstellungen und über narrative Möglichkeiten.

Kickstarter-Produktion: 100.000 Dollar für Computerspiel-Doku

Da das alles in schneller Reihenfolge präsentiert wird und hippe und trendige filmische Möglichkeiten nutzt, wirken diese Dinge zerfahren, ohne zentrale Aussage. Wirklich neue Erkenntnisse lassen sich auch nicht aus den schon viele Male gehörten Geschichten gewinnen – Kritiker bemängeln auch, dass die gewählten Ausschnitte aus Computerspielen beliebig wirken, ohne einen Punkt zu unterstreichen und ohne Hinweis, um was es sich beim gezeigten handelt. „Video Games: The Movie“ erscheine daher eher wie ein Werbevideo, dass auf einer Computer-Messe vor der großen Podiumsvorstellung gezeigt würde, heißt es in Medienberichten.

Jeremy Sneads Dokumentation kann auf der dazugehörigen Webseite für 12,99 Dollar gekauft und online angesehen werden.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Video Games: The Movie – Dokumentation über Geschichte und Wirtschaftlichkeit

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!