Apple einigt sich auf 400 Millionen im eBook Streit

17. Juli 2014 - 09:50 - keine Kommentare

Computerriese Apple hat sich im eBook-Streit um illegale Preisabsprachen gütlich geeinigt: Man wolle 400 Millionen US-Dollar als Entschädigung zahlen – falls das im letzten Jahr gefällte Urteil nicht gekippt wird. Sollte der Wettbewerbsverstoß nicht bestätigt werden, zahlt der Konzern gar nichts.

Apple hat sich auf eine außergerichtliche Einigung eingelassen: Anstelle der vom US-Justizministerium und 33 Bundesstaaten 840 Millionen Dollar, die bei einer Verurteilung wegen illegaler Preisabsprachen im eBook-Markt gefordert wurden, will der Konzern nun bis zu 400 Millionen zahlen – dabei aber keine Schuld eingestehen und zudem vor die nächsthöhere Instanz treten. Es handele sich um ein „agreement in principle“, eine prinzipielle Einigung unter Vorbehalt weiterer rechtlicher Schritte. Das Unternehmen wurde für schuldig befunden, Kunden zu viel Geld für eBooks berechnet und sich hierfür auch mit Verlagen abgesprochen zu haben.

eBook-Preisabsprachen: Apple einigt sich auf Entschädigungssumme

Kurz bevor Apple 2010 mit seinem iPad auf den Markt ging, wurden eBooks von den Verbrauchern noch skeptisch gesehen: Die dafür benötigten Reader konnten so gut wie nichts anderes, gestalteten sich dennoch als teuer und das Gelesene sah auch nicht schön aus, ganz zu schweigen von der fehlenden Haptik eines physischen Buches. Marktführer Amazon versuchte gegen diese Einstellung durch besonders günstige Preise für elektronische Ausgaben der Bücher vorzugehen, während mit dem hauseigenen Kindle auch ein technisch nicht uninteressantes Tablet entwickelt wurde.

Apples Vorgehen gestaltete sich anders: Um mit der Konkurrenz mitzuhalten wurden mit fünf Verlagen Verträge geschlossen: Anders als bei Amazon konnten sich Hachette, HarperCollins, Simon and Schuster, Penguin und Macmillan die Preise für ihre Produkte im Apple-eigenen iBooks-Store selbst aussuchen und mussten 30 Prozent der Erlöse an den Computerkonzern abgeben – mit dem Erfolg, auch bei den anderen Anbietern auf dem Markt die Preise für eBooks anziehen zu können.

Apple-Urteil: iPad-Hersteller will Gerichtsverfahren vor höherer Instanz

Während die Verlage sich von vornherein dazu entschieden, sich auf Vergleiche einzulassen, die ihrerseits Millionen an US-Dollars kosteten, hat Apple den Weg über das Gericht gewählt – und verloren. Nun hat man 400 Millionen Dollar eingeräumt, die als Entschädigung gezahlt werden sollen, jedoch nur, wenn nicht die nächsthöhere Gerichtsinstanz doch entscheidet, dem Elektroriesen rechtzugeben. In diesem Fall könnte gar kein Geld fällig werden. Eine andere Variante sieht derweil ein neues Verfahren vor, bei dem dann nur noch 50 Millionen Entschädigung im Raum stehen.

Bild:Apple von marcopako, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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