Karstadt-Verkauf: Berggruen könnte sich für einen Euro von der Kaufhauskette trennen

11. Juli 2014 - 10:00 - keine Kommentare

Der Warenhaus-Konzern Karstadt könnte nach fünf Jahren wieder den Besitzer wechseln: Laut Medienberichten soll Nicolas Berggruen mit René Benko und dessen Finanzunternehmen Signa über eine Übernahme verhandeln – für lediglich einen Euro könnten durch eine Call-Option 75 Prozent veräußert werden.

Karstadt geht es schlecht: Trotz Umbauten und Sortimentsänderungen, exklusiven Kollektionen und hervorragenden Standorten ist der seit Jahren angeschlagene Konzern auch durch die vermeintliche Rettungsaktion von Nicolas Berggruen keinen Schritt weitergekommen – eher im Gegenteil, musste sich doch vom KaDeWe in Berlin, dem Hamburger Alsterhaus und dem Oberpollinger in München, sowie von Karstadt Sports größtenteils getrennt werden. René Benkos Signa hält bereits Löwenanteile an diesen Prestige-Häusern der Firma und nun könnte auch der Rest von Karstadt für nur einen Euro, dem gleichen symbolischen Betrag wie weiland bei Berggruens Übernahme, den Besitzer wechseln, wie die „Bild“-Zeitung wissen will.

Angeschlagene Kaufhauskette: Karstadt könnte erneut für einen Euro verkauft werden

Benko könnte für diesen Euro 75 Prozent der Karstadt Warenhäuser beanspruchen – eine Call-Option macht dies möglich. Zudem gehören ihm bereits etliche der Immobilien der Kaufhauskette, die auf diese Weise immerhin bestens positioniert ist. Dennoch haben die 83 Kaufhäuser 158 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftet und auch die Folgejahre sahen nicht besser aus. Die nach nur fünf Monaten im Amt gegangene Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt sah zuletzt keine Möglichkeiten mehr zur Sanierung, vor allem da keine Investitionen getätigt wurden.

Vor rund fünf Jahren stand die traditionsreiche Warenhauskette Karstadt vor dem Aus und konnte nur durch den beherzten Verkauf an den Investor Nicolas Berggruen gerettet werden. Dieser versprach, mit neuen Konzepten und Investitionen die Misere abzuwenden, doch wurde seitdem mehr Geld aus dem Konzern gezogen als hineingesteckt – Sjöstedt ließ verlautbaren, dass es den Anteilseignern schon längst nicht mehr um die Kaufhäuser ginge, sondern die Immobilien interessanter wären als der Warenverkauf.

Karstadt-Häuser: Immobilien sind mehr Wert als das Warengeschäft

In Medienberichten wird gemutmaßt, dass Sjöstedts Kündigung im direkten Zusammenhang mit den Übernahme-Verhandlungen steht: Auch bei Metro-Chef Olaf Koch soll angefragt worden sein, ob der Kaufhof-Konzern Interesse an Karstadt habe – dies sei allerdings nicht der Fall, so dass die Immobilien und ihre Standorte bald anderweitig vermietet werden könnten. Denn auf diese Weise sollen höhere Summen in die Kassen der Investoren gespült werden als es das stagnierende oder gar rückläufige Warenhausgeschäft derzeit zuließe.

Bild:Karstadt von Ting Chen, Wing, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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