UV-Messungen: Studie ermittelt Spitzenwerte in den Anden

9. Juli 2014 - 13:28 - keine Kommentare

UV Strahlung

In den tropischen Anden haben Wissenschaftler enorme UV-Strahlungen gemessen: Mit 43,3 liegt der Index weit über als gefährlich eingestuften Werten selbst in unbewohnten Regionen – das amerikanisch-deutsche Forscherteam hat die ermittelten Daten jedoch in der Nähe von Siedlungen erhoben.

Eine am Sonntag veröffentlichte Studie hat erstaunliche Werte ultravioletter Sonnenstrahlung in den bolivischen Anden bekannt gegeben: Sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA und von deutschen Instituten und Universitäten hat am Vulkan Licancabur und am See Laguna Blanca mit Dosimetern in Höhen zwischen 4.300 und 5.916 Metern über dem Meeresspiegel Strahlenwerte ermittelt, die beinahe die vierfache Höhe des Indizes ausmachten, bei dem bereits vor Hautkrebsrisiken gewarnt wird: Während an Sommertagen ein UV-Index zwischen 8 und 9 hierzulande keine Seltenheit ist, sollte man ab einem Index von 11 nicht ungeschützt in die Sonne – das Forscherteam hat in den Anden einen Wert von 43,3 ermittelt.

UV-Messungen in den Anden: Höchstwerte in großen Höhen

Schon im Jahr 2003 hat das Team in den bolivischen Anden versucht, die UV-Strahlungen zu messen – Ausgangspunkt der Datenerhebung sollte der Versuch darstellen, Umstände wie auf dem Nachbarplaneten Mars ausfindig zu machen. Der Spitzenwert von 43,3 sei der Höhepunkt von Messungen, die auch an weiteren Tagen bis auf einen Index von 32 kletterten. Selbst bisherige Höchstwerte hatten sich in Bereichen zwischen 22 und 24 bewegt, seien aber vor allem in unbewohnten Gegenden ermittelt worden.

Die nun veröffentlichte Studie jedoch hat den UV-Index weit über 40 in einer Region festgestellt, in der sich Dörfer und Städte befinden. Die hohen UV-Strahlungen sollen laut den Vermutungen der Wissenschaftler durch die hohe Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit, der Höhe über dem Meeresspiegel der Messungen, geringen Ozonmengen und weiteren biologischen und umwelttechnischen bedingt sein, auch eine besonders starke Sonneneruption könnte nach Ansicht der Forscher ihr Übriges beigetragen haben.

UV-Studie: Datenauswertung elf Jahre nach der Erhebung

Nathalie A. Cabrol und Edmond A. Grin vom SETI Institut, Uwe Feister vom Meteorologischen Observatorium Lindenberg, Donat-Peter Häder von der Biologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Helmut Piazena von der Medizinisch-Photobiologischen Gruppe der Charité Berlin und Andreas Klein vom Deutschen Meteorologischen Dienst in Offenbach haben ihre Studie „Record solar UV irradiance in the tropical Andes“ im „Frontiers in Environmental Science“ Magazin veröffentlicht – elf Jahre nach den Messungen in Bolivien. Nach Angaben der Wissenschaftler hatten schlechte politische Bedingungen die Kontrollmessungen um Jahre verzögert.

Bild: UV-Messungen von Dorena wm, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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