Nahost-Konflikt: Israelisches Militär bombardiert Gaza-Streifen

9. Juli 2014 - 09:29 - 2 Kommentare

Gaza - Israel

Als Vergeltung für den Raketenbeschuss von Tel Aviv und Jerusalem durch die Palästinenserorganisation Hamas und die extremistische Gruppe „Islamischer Dschihad“ haben israelische Kampf-Flugzeuge über dem Gazastreifen Bomben abgeworfen. Bei dem Angriff starben der Dschihadisten-Führer Hafes Hamad und dessen Familie.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden hat die Luftwaffe Israels erneut Kampfeinsätze im Gazastreifen durchgeführt. Laut Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur „Maan“ und der Online-Ausgabe der israelischen Zeitung „Haaretz“ wurde durch die Kampfjets auch das Haus eines der Anführer des „Islamischen Dschihads“ bombardiert – Hafes Hamad, seine Eltern, zwei Brüder und eine bis dato unbekannte Frau kamen dabei ums Leben, hieß es in Medienberichten. Das israelische Militär nimmt derzeit keine detaillierte Stellung zum Einsatz, der als Vergeltung für den fortdauernden Raketenbeschuss auf Ziele in Israel gewertet wird.

Israel schickt Kampfjets nach Gaza: 25 Tote bei Vergeltungsschlag

Laut einer Sprecherin des Militärs sollen 160 Ziele im Gaza-Streifen angegriffen worden sein. Seit die Streitkräfte Israels ihre auch zu Land und zu Wasser ausgetragene Offensive gegen die Stellungen der Palästinenser-Organisation Hamas und der extremistischen Gruppierungen begonnen haben, sollen 130 Personen verletzt und 25 Menschen getötet worden sein. Auch sieben Kinder sollen sich unter den Opfern befinden. Auch der Hamas-Marinekommandant Raschid Jassin soll bei den Angriffen ums Leben gekommen sein.

Israels Truppen haben bislang 435 Ziele angegriffen, als Vergeltungsschlag für die 150 bis 225 Raketen, die von Gaza auch auf Tel Aviv und Jerusalem abgefeuert wurden – die aktuelle Eskalierung des Nahost-Konflikts wird auf die Ermordung dreier israelischer Jugendlicher vor vier Wochen zurückgeführt, auf die darauffolgenden Einsätze gegen die Hamas und die Ermordung eines palästinensischen Jungen in der letzten Woche. Von palästinensischer Seite aus wurden daraufhin Siedlungen und Ortschaften bis hin zur Hauptstadt Israels unter Beschuss genommen, das israelische Militär hat die Operation „Zuk Eitan“ – Fels in der Brandung – ausgerufen.

Hamas beschießt israelische Ziele mit Raketen im Nahostkonflikt

40.000 Reserve-Soldaten sollen in diesem Zuge mobilisiert werden können, um in den Gazastreifen vorzurücken – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach davon „die Samthandschuhe auszuziehen“ im Vorgehen gegen die Hamas. Im Westjordanland wurden mehrere hundert Mitglieder der Organisation festgenommen, während die Streitkräfte die Raketenbeschüsse verhindern sollen.

Derweil haben die Gruppen aus dem Gazastreifen jedoch auch am Dienstagabend weitere Raketen auf israelische Ziele abgefeuert, Opfer wurden allerdings nicht gemeldet. Unterdessen verurteilt die EU die Raketenangriffe, fordert aber auch Israel zur „äußersten Zurückhaltung“ auf. Ägyptens Präsident al-Sisi soll gegenüber Mahmud Abbas, Präsident der Palästinenser, versichert haben, sich um einen Waffenstillstand zwischen der Hamas und Israel einsetzen zu wollen, während die Arabische Liga eine Krisensitzung des UNO-Sicherheitsrates gefordert habe.

Bild:Gaza-Streifenvon Amir Farshad Ebrahimi, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Nahost-Konflikt: Israelisches Militär bombardiert Gaza-Streifen

Zu diesem Beitrag gibt es 2 Kommentare.

von Arthur Jelting am 9. Juli 2014 - 21:25 Uhr

In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Bomben und Raketen auf Wohngebiete wo unschuldige Familien leben, die nichts dafür können. Wenn ich die Bilder von den verlezten Kindern sehe, dann stelle ich fest, der Jude hat seit dem Dritten Reich nichts dazu gelernt denn er macht das Gleiche mit der Bevölkerung im Gaza-Streifen. Welch ein Abschaum.

von Jakob Lorenz am 11. Juli 2014 - 18:42 Uhr

Es ist in der Tat unfassbar was Israel seit vielen Jahren mit den von ihnen vertriebenen Palästinensern macht. Die Israelis widersetzen sich ungezählten UN-Resolutionen und besetzen nach wie vor völkerrechtswidrig fremdes (Palästi- nenser-) Gebiet, demütigen die dort seit Generationen friedlich lebenden Men- schen und bauen dort ungestraft Siedlungen. Kein Wunder, dass sich die Palästi- nenser wehren wie das eine eingesperrte Katze tun würde. Und die Welt schaut zu! Die Juden haben weltweit eine so starke Lobby, dass sie glauben, sich alles leisten zu können. Solange sich daran nichts ändert und die Weltgemeinschaft
diesem Menschen verachtenden Treiben nicht Einhalt gebietet, wird es in dieser Region keinen Frieden geben. Übrigens: Dass man unschuldige Jugendliche, gleich auf welcher Seite mordet, ist in jedem Fall verwerflich!

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