Flughafen Berlin-Brandenburg sieht Schadensersatzforderung der DB entgegen

20. Juni 2012 - 16:00 - keine Kommentare

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg International „Willy Brandt“ wird von einer Pannenserie geplagt: Erst kürzlich wurde die Eröffnung des drittgrößten Flughafens in Deutschland um gut ein Jahr verschoben. Nun wird die Flughafengesellschaft möglicherweise auch mit einer hohen Schadensersatzforderung der Deutschen Bahn konfrontiert.

Als im Dezember 1991 die Berlin Brandenburg Flughafen Holding gegründet wurde, konnte wohl noch niemand ahnen, dass mehr als zwanzig Jahre später die Probleme zur Eröffnung des BBI noch lange nicht ausgestanden sein würden. Verschiedene Klagen von Anreinern, ein Hin und Her der Regelungen für Nachtflüge und Brandschutzmängel kurz vor dem Eröffnungstermin sorgen dafür, dass der Willy-Brandt-Flughafen nicht wie geplant im Juni 2012, sondern erst im März 2013 die Pforten öffnen kann. Nun gesellt sich hierzu auch eine Schadensersatzforderung der DB in Millionenhöhe.

BBI: Deutsche Bahn errechnet 20 Millionen für Ausfälle

Die Deutsche Bahn AG hat im Vorfeld seiner Aufsichtsratssitzung am 20. Juni 2012 ausrechnen lassen, was sie die Verschiebung des Eröffnungstermins kosten wird. Von 20 Millionen Euro ist die Rede, wenn sämtliche Ausfälle für Zubringerbahnen, ausbleibende Fahrgäste und anfallende Kosten zur Wartung und Instandhaltung bedacht werden. Hierzu gehören auch Fahrten, die unternommen werden müssen, um die Tunnel zu belüften und das Schienensystem zu sichern. Vier Millionen Euro sollen alleine dieser Anteil an den entstehenden Mehrkosten ausmachen.

10 Millionen Euro Gebühren für die Trassen und Stationen entgehen weiterhin den Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn wie der DB Netz. Auch die S-Bahn Berlin GmbH rechnet mit sowohl Ausfällen durch das Ausbleiben des Verkehrsaufkommens bis März 2013, mit Personal- und Instandhaltungskosten.

Hohe finanzielle Konsequenzen der BBI Verzögerung

Welche finanziellen Ansprüche sich durch die Verträge der beiden Staatsunternehmen für die Deutsche Bahn AG, deren gesamte Anteile beim Bund liegen, ergeben, wird derzeit geprüft. Mit der Einforderung der berechtigten Ansprüche kann jedoch gerechnet werden, selbst wenn sich aus den Eigentumsverhältnissen der DB und des nunmehr als Flughafen Berlin Brandenburg GmbH firmierenden Unternehmens einige Probleme ergeben könnten, denn beide befinden sich de facto in öffentlicher Hand, mit dem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und dem Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup im Aufsichtsrat des FBB.

Bild:Flughafen Schönefeld von sqfp.info, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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