Griechenland-Wahlen: Nea Dimokratia als stärkste Partei bestätigt

18. Juni 2012 - 16:13 - keine Kommentare

Die zweite Wahl innerhalb einer Frist von lediglich anderthalb Monaten hat in Griechenland den auf Sparen und Reformen ausgelegten Kurs des angeschlagenen Eurolandes bestätigt. Als stärkste Partei konnte sich die europäisch ausgerichtete, konservative Nea Dimokratia (ND) behaupten.Mit 29,66 Prozent der bei den Griechenland-Wahlen abgegebenen Stimmen hat die Nea Dimokratia unter Antonis Samaras einen nur knappen Sieg erringen können. Sie löst nun die Übergangsregierung von Panagiotis Pikrammenos ab, die nach den im Mai 2012 gescheiterten Versuchen einer Regierungsbildung von Staatspräsident Karolos Papoulias eingesetzt wurde.

Die konservative ND stellt in Griechenland die Regierung

Der Wahlsieg mit nur wenigen Punkten Vorsprung ermöglicht der ND nun eine Koalition mit den Sozialisten. Die Pa.So.K kam auf 12,28 Prozent und gemeinsam könnten beide Parteien 162 Sitze im Parlament einnehmen. Die linke Syriza ist mit 26,89 Prozent (71 Sitze) nur knapp hinter dem Wahlergebnis der ND zurückgeblieben und wird, wie von der Partei angekündigt, von der Oppositionsbank die Geschicke Griechenlands mitbestimmen.

Für den Verbleib in der Eurozone bedeutet das Wahlergebnis in Griechenland die Bestätigung des Sparprogramms und der Reformen, wie sie durch die EU gefordert wurden: Sowohl ND als auch Pasok sind politisch proeuropäisch ausgerichtet, wollen jedoch in Nachverhandlungen zu den EU-Forderungen gehen.

Griechenlands Sparkurs und Reformen: Weg aus der Eurokrise?

Nach den ersten Hochrechnungen aus Athen konnte der Euro an der Börse einen Zuwachs verzeichnen und stieg kurzzeitig auf 1,27 US-Dollar, die Risikoaufschläge für Staatsanleihen stiegen jedoch ebenfalls, wodurch die Gewinne wieder sanken. Und auch die Pressestimmen zur Griechenland-Wahl geben im Allgemeinen zu bedenken, dass sich nach der Pleite des nur sechs Wochen zurückliegenden letzten Urnengangs zwar der Wunsch nach Stabilität und Klarheit bei den griechischen Wählern nun deutlicher abzeichnet, eine einfache Lösung für das Euro-Problemland jedoch auch durch dieses Wahlergebnis nicht gegeben ist, zumal es einerseits zwar die Bestätigung der konservativen Kräfte in Griechenlands Politik darstellt – die für die marode Finanzsituation mit verantwortlich gemacht werden –, andererseits die Linken stark aufholen konnten.

 
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