Burger King: Wallraff-Reportage auf RTL sorgt für Umsatzeinbußen

8. Mai 2014 - 08:42 - keine Kommentare

Burger King - Team Wallraff auf RTL

Der Fastfood-Riese Burger King wird republikweit mit Umsatzeinbußen konfrontiert: Die Reportage vom Team der Enthüllungsjournalisten um Günter Wallraff über katastrophale Hygienemängel in zwei Filialen hat weite Kreise gezogen und nun versucht die Restaurantkette mit Transparenz und Qualitätskontrollen den Schaden zu begrenzen.

In der vergangenen Woche berichtete RTL im Rahmen der enthüllungsjournalistischen Doku „Team Wallraff“ von maßgeblichen Verstößen gegen Hygienevorschriften in mindestens zwei Franchise-Filialen der Fastfood-Kette Burger King. Der Geschäftsführer der Burger King Beteiligungs GmbH, Andreas Bork, hat nun gegenüber der Boulevard-Zeitung „Bild“ angegeben, seit der Ausstrahlung der Reportage und den anschließenden Berichten starke Umsatzeinbußen verbuchen zu müssen. Das Hamburger-Unternehmen will dem nun mit Qualitätssteigerungen und Transparenz entgegenwirken, Kontrollen sollen das Vertrauen der Kundschaft zurückgewinnen.

Burger King Hygieneskandal: Fastfood-Kette will Qualität und Transparenz steigern

Hamburger-Läden stehen nicht erst seit der vergangenen Woche im Visier von Verbraucherschützern und Hygienebeauftragten: Seit jeher gibt es Berichte über Mängel im Umgang mit den sensiblen Nahrungsmitteln, Günter Wallraff selbst hat einige in den 80ern in seinem Buch „Ganz unten“ beschrieben. Damals ging es um die Konkurrenz McDonald’s, doch große Unterschiede bestehen zu den Vorwürfen, mit denen Burger King jetzt konfrontiert wird, nicht unbedingt.

Keime und zu kurzes erhitzen, verlängerte Aufbewahrungszeiten, fehlende Schutzkleidung, schlechte Reinigung – all diese Dinge wurden seit dem Entstehen der Systemgastronomie immer wieder bemängelt, sei es bei den amerikanischen Fastfood-Ketten oder einfach in der Betriebskantine. Überall dort, wo viel Essen für viele Kunden schnell und preiswert zubereitet und warmgehalten werden muss, ist die Verantwortung besonders groß, für die Einhaltung der Hygienevorschriften zu sorgen.

Burger King ist nun der Meinung, in der Berichterstattung ungerecht behandelt worden zu sein, die beiden vom „Team Wallraff“ untersuchten Filialen seien nicht repräsentativ für die gesamte Hamburger-Kette. Daher soll nun ein unabhängiges Institut mit weiteren Tests beauftragt werden, laut Andreas Bork könnte dies der TÜV sein.

Hamburger-Franchise will unabhängige Qualitätskontrollen durchführen lassen

Der Geschäftsführer bedauere „zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben“, wird Bork zitiert. Der Lizenznehmer Yi-Ko-Holding hatte schlechte Arbeitsbedingungen und teilweise gravierende Hygieneverstöße zugelassen, die Burger-Kette ließ verlauten, Franchise-Unternehmer Ergün Yildiz sei von der Geschäftsführung zurückgetreten, während die vom „Team Wallraff“ entdeckten Mängel auch von ehemaligen Mitarbeitern bestätigt wurden. Sie geben an, dass die zeitlichen Vorgaben und der Leistungsdruck in diesen Filialen so gestaltet seien, dass eine Einhaltung von Hygienevorschriften oder Arbeitsrechten gar nicht möglich sei, heißt es in Medienberichten.

Wann Burger King die angekündigten Qualitätskontrollen durchführen lassen will und wann die geplanten Änderungen einsetzen, wurde derweil noch nicht bekannt gegeben.

Bild: (c) RTL

 
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