Arbeitsbedingungen: Zalando reagiert auf Medienberichte

1. Mai 2014 - 14:52 - keine Kommentare

Zalando

Zalando sah sich in letzter Zeit mit anhaltender Kritik konfrontiert: Beim Onlineversand für Schuhe, Kleidung und Accessoires musste unter ständigem Druck gearbeitet werden, Mitarbeiter wurden überwacht und es gab kaum Sitzgelegenheiten. Im Zuge von Medienberichten soll sich die Situation nun verbessern.

In dreimonatiger Recherche für das RTL-Boulevardmagazin „Extra“ hat eine Journalistin mit versteckter Kamera die Arbeitssituation in einem Logistikzentrum des Schuhversands Zalando dokumentiert und diese im Fernsehbericht stark kritisiert: Die Mitarbeiter sollen dauerhaft überwacht worden sein, die Pausen seien zu kurz und schlecht geregelt, ebenso wie der Schichtdienst. Leistungsdruck sei direkt an die LagerarbeiterInnen weitergegeben worden und Hinsetzen sei von den Vorgesetzten nicht goutiert worden – Geschäftsführer David Schröder gab an, dass sich die Mitarbeiter hinsetzen dürften, die meisten Arbeiten im Lagerbereich aber stehend verrichtet würden. Eine Sprecherin des Versandhauses hat Maßnahmen zur Verbesserung angekündigt – jedoch auch rechtliche Schritte gegen die Journalistin.

Zalando Bericht: Modeversand will Verbesserungen für Mitarbeiter

Alle Logistikzentren von Zalando sollen demnach weitere Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen bekommen, veränderte Pausenzeiten sollen diskutiert werden, die Schichtzeiten an den jeweiligen öffentlichen Nahverkehr angepasst werden. Zudem werde ein Kopfgeld von 500 Euro, das Mitarbeitern als Belohnung bezahlt wurde, wenn sie andere anzeigen, wenn sie beim Stehlen erwischt werden, gestrichen, wurde von der Zalando-Sprecherin angegeben.

Etliche der geplanten Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse – wobei sich Zalando gegen die Vorwürfe des RTL-Berichts verwehrt – sollen sofort umgesetzt werden, andere bedürften eines längeren Zeitraums. Ab der kommenden Woche sollen die Maßnahmen intern auch mit den Mitarbeitern besprochen werden. Der Kölner Privatsender kündigte an, die Veränderungen beobachten und darüber berichten zu wollen, während der Modehändler bemängelte, in der Reportage des Magazins „Extra“ nicht mit einer eigenen Stellungnahme vertreten gewesen zu sein.

RTL kritisiert Onlineversand: Juristische Schritte gegen Journalistin sollen vorbereitet werden

Die berichteten Arbeitsverhältnisse würden überdies „in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung“ entsprechen, hieß es von Zalando. Gegen die RTL-Reporterin sollen nun auch rechtliche Schritte eingeleitet werden, da ihr vorgeworfen wird, Betriebsgeheimnisse verraten zu haben. Der Sender soll nach Medienangaben den juristischen Folgen „gelassen“ entgegen sehen.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatten sich Mitarbeiter gegenüber dem Fernsehsender MDR ebenfalls über weite Laufstrecken in den Lagerräumen ohne Sitzmöglichkeit, häufige Kontrollen und enormen Zeitdruck, sowie über die große Hitze in den Logistikzentren ohne Klimaanlage beschwert.

Bild:Zalando von Michael Panse, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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