ARD-DeutschlandTrend: Ukraine-Krise lässt neuen Kalten Krieg befürchten

1. Mai 2014 - 14:41 - keine Kommentare

Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap hat für den ARD-DeutschlandTrend wieder rund 1.000 Wähler zu aktuellen Themen der Politik, Wirtschaft und des Weltgeschehens befragt: An vorderster Stelle stand bei dieser Umfrage die Krise in der Ukraine zwischen den USA, Russland und der EU.

Beim ARD-DeutschlandTrend zum Tag der Arbeit ermittelten die Meinungsforscher von infratest dimap die Befürchtung vieler Bundesbürger, an der Schwelle zu einem erneuten Kalten Krieg zwischen den Großmächten zu stehen: Die Streitigkeiten der USA und Russlands, die während der Krise der Ukraine ausgetragen werden, scheinen für die Befragten Erinnerungen an das Säbelrasseln und die Stellvertreterkriege wach zu rufen, die über Jahrzehnte die internationalen Beziehungen bestimmt haben. In der Umfrage haben 72 Prozent angegeben „große Sorgen“ vor einer neuerlichen weltweiten Spannungslage, 28 Prozent machen sich weniger Sorgen.

ARD-DeutschlandTrend stellt Sorge vor neuem Kaltem Krieg fest

Zur Ukraine-Krise sollte Deutschland nach Meinung von 60 Prozent der von infratest dimap befragten Personen „fest an der Seite der westlichen Bündnispartner stehen“ – 48 Prozent sähen gerne, dass die Bundesregierung Neutralität bewahrt und 35 Prozent sehen mehr Solidarität mit Russland als geboten – zu jedem Standpunkt konnten die Befragten eine Meinung äußern, so dass mehr als einhundert Prozent in diesem Abschnitt des ARD-DeutschlandTrends erscheinen.

Recht gespalten erscheint die Wählermeinung, wenn es um die Sanktionen gegen Russland geht: 51 Prozent halten Einreiseverbote für richtig, 41 sind dagegen, wirtschaftliche Maßregelungen werden von 50 Prozent goutiert und 43 Prozent halten sie für falsch, während aber gleichzeitig 52 Prozent die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland nicht einschränken wollen – nur bei der Frage nach militärischer Unterstützung der Ukraine überwiegt die Ablehnung mit 75 Prozent gegenüber 18 Prozent Befürwortern.

Umfrage von infratest dimap zur Europawahl zeigt wenig Interesse bei den Wählern

Neben den aktuellen Fragen, die sich um Russland, die USA und die Krise in der Ukraine drehen, stand auch die kommende Europawahl im Mittelpunkt der Befragung: Hier zeigte sich allerdings, dass kaum ernsthaftes Interesse an der Wahl der Vertreter im Europaparlament besteht – 48 Prozent geben an, weniger interessiert zu sein. 33 Prozent sehen Martin Schulz als kommenden EU-Kommissionspräsidenten, 25 Prozent halten Jean-Claude Juncker für geeignet. Die EU-Skepsis schlägt sich auch bei der Frage nach der Erweiterung der letzten zehn Jahre nieder, die von 56 Prozent als „keine gute Sache“ bezeichnet wurde, 64 Prozent glauben, die Europäische Union sollte keine weiteren Staaten aufnehmen.

Bei der Sonntagsfrage zur Europawahl gab es nur geringfügige Veränderungen und auch die Frage, welche Partei in Deutschland gewählt werden würde, wäre am nächsten Sonntag der Urnengang angesetzt, hat keinen nennenswerten Unterschied zum April 2014 gebracht. Interessant ist im ARD-DeutschlandTrend allerdings die Verteilung bei der Politikerzufriedenheit, die im Mai von Frank-Walter Steinmeier mit 71 Prozent angeführt wird, gefolgt von Wolfgang Schäuble mit 68 Prozent, während Angela Merkel einen siebenprozentigen Verlust auf 65 Prozent hinnehmen musste.

Bild: Kalter Krieg von Andrew Kalat, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: ARD-DeutschlandTrend: Ukraine-Krise lässt neuen Kalten Krieg befürchten

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!