Secret Millionaire auf RTL mit Paul Misar

4. Mai 2014 - 17:43 - 3 Kommentare

Wieder Mal schickt RTL einen Millionär dorthin, wo sein gewohntes Luxusleben auf den Kopf gestellt wird: Paul Misar wird sich als „Secret Millionaire“ eine Woche lang unerkannt um Obdachlose und Senioren, Mittellose und Kinder aus schwierigen Verhältnissen in Köln-Kalk kümmern.

Designer-Klamotten, teure Hotels und kostspielige Diners: Der von RTL als selfmade Millionär bezeichnete Unternehmer Paul Misar, 48 Jahre alt, in Wien geboren und mit Investitionen reich geworden, wird als „Secret Millionaire“ auf all dies eine Woche lang verzichten: Er verkleidet sich als „Paul Bayer“, der arbeitslos ist und nun in Köln-Kalk versucht, über die Runden zu kommen. Er muss in der Real-Life-Doku mit für ihn ungewöhnlich geringen Geldmengen auskommen, während er sich bei verschiedenen Hilfsorganisationen engagiert. Dabei lernt er ein gänzlich anderes Leben kennen und Menschen, für die Geldnot, Obdachlosigkeit und Verzweiflung alltäglich sind.

Secret Millionaire: Undercover-Millionär in Köln-Kalk

Paul Misar nennt sich „Lifedesigner“, seine Agentur „BEST of EST“ hat Dependancen in Österreich, in Deutschland und auf Mallorca, sein Wissen und sein Können beim Geld verdienen und beim Firmenaufbau wird dort weitergegeben. Beim „Kalker Kindermittagstisch“, bei der „Aktion Brotkorb“ und bei seinen Gesprächen mit der Straßenzeitungsverkäuferin Linda wird er versuchen, diese Fähigkeiten auch in humanitäre Bahnen zu lenken. Am Ende seiner Woche als „Paul Bayer“ besucht er die Einrichtungen und Personen noch einmal, um sich zu erkennen zu geben und seine Unterstützung anzubieten.

Anders als beim „Undercover Boss“ ist die Richtung vom „Secret Millionaire“ auch in der zweiten Staffel nicht ganz klar: Will RTL mit der Sendung zeigen, wie viele tolle Millionäre in Deutschland rumrennen, die sich überschlagen, um mildtätig den Armen zu helfen? Oder soll die Armut der getroffenen Personen vielmehr zur größtmöglichen emotionalen Zurschaustellung dienlich sein? Der Eindruck, dass hier ein wirklich zynisches und moralisch mehr als fragwürdiges Format präsentiert wird, kann sich auch in den weiteren Episoden nicht völlig einstellen.

Reichtum ist keine Schande: Mildtätige Millionäre auf RTL

RTL hat derzeit mit seinen Casting-Formaten, Doku-Soaps und Reality-Shows kein wirklich gutes Händchen: Ob „DSDS“, der „Bachelor“, „Let’s Dance“, das Dschungelcamp oder nun die zweite Runde von „Secret Millionaire“ – alles läuft so lala, die Quoten sind okay, aber der einstige Hype, den der Kölner Privatsender mit Dieter Bohlens Sprüchen, Kakerlakenbädern oder Traumdates in Südafrika früher auslösen konnte, will sich nur sehr bedingt einstellen. Auch das dem „Undercover Boss“ recht ähnliche Format befindet sich bei den Einschaltquoten seiner zweiten Staffel im freien Fall: 13,1 Prozent in der ersten Woche wurde durch 13,6 in Woche 2 überboten – sank in der dritten jedoch auf 12,8 Prozent ab.

Die Ausgabe 4 von „Secret Millionaire“ läuft auf RTL am Sonntag, den 04. Mai 2014, um 19:05 Uhr und wird erneut die Frage aufwerfen, ob hier eine Art Armutstourismus und -voyeurismus ausgelebt wird.

Bild:Geld von 24oranges.nl, CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Secret Millionaire auf RTL mit Paul Misar

Zu diesem Beitrag gibt es 3 Kommentare.

von Thomas am 4. Mai 2014 - 20:19 Uhr

Die Sendung Secret Millionaire hat mich sehr beeindruckt, mir kamen sogar die Tränen. Ich wünschte mir könnte auch mal jemand helfen, hätte gern nach 5 Jahren entlich mal wieder einen Job und ein PKW um besser zur Arbeit zu kommen.
Mfg. Thomas Rexilius

von Ferreira-Miranda am 4. Mai 2014 - 20:19 Uhr

Lieber Paul,sie sind ein Lieber Menschen !

von Ute Jessel am 5. Mai 2014 - 01:31 Uhr

Typisch deutsch – man kann wirklich jeder Sache etwas Negatives abgewinnen und niedermachen. Eigentlich ist es doch grad egal, wichtig sollte sein, dass dreiwichtige Organisationen wieder unterstützt werden und wenn uns als Zuschauern das Zurschaustellen stört, sollten wir uns doch das positive herausnehmen. Entweder solch Hilfsorganisationen vor Ort selbst unterstützen oder die Zurschaugestellten unterstützen, denn dafür braucht man nicht Millionär zu sein – das ist für mich dieBotschaft dieser -Sendung, jeder sollte an seinem Platz in seinen Möglichkeiten ein klein wenig helfen und all diejenigen schätzen, die sich so engagieren ! Grossen Respekt an all diese guten Seelen.

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