GfK Konsumklima bleibt stabil, trotz Ukraine-Krise

29. April 2014 - 14:19 - keine Kommentare

Mit einem stabilen Wert misst die GfK Gruppe die Erwartungen der deutschen Konsumenten an die Entwicklung ihres Einkommens, der Wirtschaft und ihrer Ausgaben – die derzeitige Krise in der Ukraine wirkt sich dennoch auf das Konsumklima im April und die Mai-Aussichten aus.

„Die Stimmung der Verbraucher zeigt im April keinen klaren Trend“ – mit diesem Satz beginnt der aktuelle GfK Konsumklima-Index, der je nach Lesart entweder die Stagnation der Kauffreude der deutschen Konsumenten abbildet oder aber beweist, dass die Situation stabil bleibt, trotz der Ukraine-Krise, die als größter, von außen auf die Kauflaune wirkender Faktor erkannt wird. Der Gesamtindikator soll im April bei 8,5 Punkten liegen und auch im Mai wird der gleiche Wert erwartet. Interessant ist dabei vor allem, dass die internen Voraussetzungen eigentlich deutlich positivere Aussichten auf einen Aufschwung der Werte vermuten ließen.

Konsumklima-Index: Erwartungen der Käufer an die Konjunktur und das Einkommen

Die Konjunkturerwartung der deutschen Konsumenten ist im April um 1,1 Punkte gesunken, wodurch der Indikator bei 32,1 Zählern liegt – vergleicht man diesen Wert mit dem Vorjahr, erkennt man eine Steigerung um sagenhafte 34 Punkte. Diese Differenz zwischen einem innerhalb von lediglich zwölf Monaten immens gestiegenen, in den letzten Wochen jedoch wieder leicht gesunkenen Wert erklärt sich laut der Forschungsgruppe aus dem Gefühl, dass sich die Wirtschaft in Deutschland erholt, jedoch soll die Annektierung der Krim-Halbinsel durch Russland Anfang des Monats und die ostukrainischen Entwicklungen die optimistischen Eindrücke schmälern.

Demnach soll ein Großteil der Käufer befürchten, dass die Wirtschaftserfolge des vergangenen Jahres demnächst durch die Krise in Osteuropa eingeschränkt würden. Diese Gefahr würde auch durch die Drohungen der USA und der EU verstärkt, schärfere Sanktionen gegen Russland anwenden zu wollen.

Einen besonders hohen Wert kann dann aber die Einkommenserwartung im GfK Konsumklima verzeichnen: Mit 52,3 Zählern wurde nicht nur eine Steigerung um 6,7 Punkte gemessen, dies ist auch der höchste Wert seit der ersten Messung nach der Wiedervereinigung vor rund dreiundzwanzig Jahren. Die „rückläufige Entwicklung des Preisauftriebes“ soll diese Rekordmessung begründen, heißt es in der Pressemeldung zum Index.

Gfk Gruppe beobachtet Entwicklung der Anschaffungsneigung in Deutschland

Die Anschaffungsneigung, deren Aussichten im letzten Monat als besonders positiv gewertet wurden, musste jedoch im April ein deutliches Gefälle hinnehmen: Im März wurde ein Plus von 6,6 Zählern errechnet, dem ein Minus von 6,9 Punkten im April gegenübersteht – mit 48,6 Zählern wird allerdings nach wie vor ein Aufwärtstrend für diesen Indikator bestätigt.
Für den nächsten Monat sieht die GfK Gruppe im Konsumklima keine nennenswerten Veränderungen: Auch im Mai sollen 8,5 Punkte im Gesamtindex erscheinen, die eigene Prognose aus dem Februar, nach der die Ausgaben für den Privatkonsum um 1,5 Punkte in diesem Jahr steigen sollen, wurde noch einmal bestätigt.

Bild: Euro Geldscheine von Images_Of_Money, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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