Computerspielfund in der Wüste: 80er Atari-Kartuschen in Erdloch-Halde entdeckt

28. April 2014 - 11:33 - keine Kommentare

Unter Computerspielern kursiert eine Legende: 1982 wurden Millionen unverkaufter Exemplare der Atari-Version von „E.T. – The Extra-Terrestrial“ in der Wüste von New Mexico in einem tiefen Loch vergraben – nun hat sich herausgestellt, dass der Mythos stimmt. Ein Filmteam entdeckte die Spiele-Müllhalde.

Drehbuchautor Zak Penn („Marvel’s The Avengers“) ist für ein Filmteam aus Ottawa auf die Suche nach einer urbanen Legende gegangen – und hat das berühmt-berüchtigte „Atari Grab“ gefunden: 1982 hat der Videospiel-Hersteller Millionen seiner Kartuschen, Spielsysteme und anderer unverkauften Produkte in ein Loch in der Wüste werfen lassen und in Beton eingeschlossen – so zumindest wollte es die Sage, die von Gamern auch dreißig Jahre später heftig diskutiert wurde. Auslöser für den Mythos war vor allem der Mega-Flop „E.T. the Extra-Terrestrial“, der dort begraben sein sollte.

Videospiel-Legende: Atari Grab in New Mexico entdeckt

Im Jahr 1982 sah die Computerspiellandschaft noch sehr überschaubar aus: Neben einigen LCD-Spielen und Konsolen, die eigens für „Pong“ oder „Pac-Man“ hergestellt wurden, konnte sich lediglich der Atari 2600 behaupten, eine Konsole, die mit Kartuschen im Steckplatz-System mehrere Spiele anbieten konnte. Damalige Gamer konnten sich an Umsetzungen populärer Spielhallenspiele wie „Donkey Kong“ oder „Frogger“ erfreuen, während sich Atari mit der Lizenz für Steven Spielbergs Erfolgsfilm „E.T.“ auf neue Pfade wagte.

Doch diese sollten sich als steinig erweisen: Noch heute bleiben die Computerspieladaptionen populärer Filme häufig hinter den Erwartungen zurück, doch „E.T.“ musste vor 32 Jahren als Flop auf ganzer Linie gelten: Atari ging von Verkaufszahlen um 5 Millionen Exemplare aus – eine utopische Menge Anfang der 80er – und konnte lediglich 1,5 Millionen absetzen, was jedoch durchaus einen Verkaufsschlager bedeutete. Doch die zurückgeschickten Kartuschen stellten als unverkaufte Exemplare und Lagerbestand Kollateralschäden dar – und sie nahmen zu, denn die Rezensionen der Spielversion vom nach Hause telefonierenden Außerirdischen waren unterirdisch: Langweilig, zu schwer, zu wiederholend und mit schlechter Graphik ausgestattet, wurde „E.T. the Extra-Terrestrial“ schnell zu einem der „schlechtesten Spiele aller Zeiten“ gekrönt.

Dokumentarfilmer entdecken vergrabene Computerspiel-Kartuschen

Das Spiel hat in mehrerer Hinsicht bleibenden Eindruck hinterlassen: Zum einen musste Atari dadurch den ersten Dämpfer in der aufstrebenden Konsolen-Landschaft hinnehmen, die hohen Ausgaben und hohen Verluste sollen auch zum sogenannten „Video-Spiel-Crash“ 1983 geführt haben. Zum anderen hat sich eine moderne Sage,um den Verbleib der unverkauften Spiele entwickelt, die von einer Nacht-und-Nebel-Aktion angespornt wurde.

1983 hat Atari eine Deponie in Alamogordo in New Mexico beauftragt, Kartuschen und Systeme zu zerstören, in einer Deponie zu vergraben und mit Beton zuzuschütten – wie das Dokumentarteam von „Fuel Industries“ nun herausfand, handelt es sich hierbei mitnichten um eine urbane Legende. Am 26. April 2014 wurden nach einer Vorbereitungsphase von fast einem Jahr die alten Computerspiele tatsächlich gefunden.

Bild: Atari New Mexcio von taylorhatmaker, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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