Air Berlin: Millionenverluste müssen durch Etihad ausgeglichen werden

28. April 2014 - 11:23 - keine Kommentare

Vor zwei Jahren konnte Air Berlin einen Gewinn von 6,8 Millionen Euro verbuchen, nur ein Jahr später war der Verlust gewaltig: 2013 wurden 315,5 Millionen Miese von der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands errechnet – in diesem Jahr muss erneut Großinvestor Etihad aushelfen.

Air Berlin steht in der Kreide: Bei einem Umsatzverlust von 0,16 Milliarden auf 4,15 Milliarden Euro musste auch der Gewinn sinken, doch ein Verlust von 315,5 Millionen Euro bereitet dem Fluggiganten nun arge Probleme. Der arabische Anteilseigner Etihad Airways, der 29,21 Prozent an der deutschen Fluggesellschaft hält, soll nun 300 Millionen Euro als Wandelanleihe beisteuern, während Air Berlin selbst 150 Millionen per eigener Anleihe aufbringen will. Schon im Jahr 2011 waren aus Abu Dhabi 0,5 Milliarden Euro an den zweitgrößten Anbieter in Deutschland geflossen, der daraufhin mit einer finanzaufwändigen Expansionspolitik begann.

Air Berlin: Zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands hat 800 Millionen Euro Schulden

Nun soll sich Air Berlin mit insgesamt 800 Millionen Euro Schulden plagen und zudem 181,9 Millionen Miese beim Eigenkapital aufweisen – auch hier ist die Fallhöhe beachtlich, denn im Vorjahr wurde noch ein Plus von 130 Millionen Euro ermittelt. Die Fluggesellschaft befindet sich momentan in einer Umbruchsphase, in der die Ausgaben der Expansion durch Sanierungsmaßnahmen bereinigt werden sollen, laut Unternehmensleiter Wolfgang Prock-Schauer soll eine „fundamentale Neustrukturierung“ angegangen werden, da die bisherigen Einsparungen nicht ausreichen würden.
Ein weiterer Grund für den Einbruch der Geschäftszahlen, deren Veröffentlichung auf Ende April gelegt wurden, da die Zukunft des Unternehmens verhandelt werden musste, soll laut Medienberichten das Sommerwetter des letzten Jahres in Mitteleuropa geliefert haben: Hohe Temperaturen hätten in der Heimat hätten zu weniger Fluggästen in dezidierte Urlaubsgebiete geführt.

Sanierungsprogramm Turbine soll neben Etihad-Finanzspritze Geld sparen

Prock-Schauer, der seit Hartmut Mehdorns Weggang unter anderem über das Sparprogramm mit dem Namen „Turbine“ wacht, hat die Reformbemühungen bei Air Berlin als „im Plan“ bezeichnet: 900 Stellen sollen bis zum Jahresende gestrichen werden, die Flotte der Fluggesellschaft ist bereits 2013 auf 140 Maschinen geschrumpft. Auf diese Weise sollen 200 Millionen Euro zusätzlich 2014 erwirtschaftet werden – laut dem Air-Berlin-Chef soll die Eigentümerstruktur nicht geändert werden, wobei durchaus im Raum steht, Etihad weitere Prozent der schuldenbelasteten Fluggesellschaft zu überlassen. Spekulationen sehen auch eine Umwandlung der AG in eine GmbH, doch Wolfgang Prock-Schauer ließ bei seiner Mitteilung der Geschäftszahlen von Air Berlin am vergangenen Sonntag auch zu dieser Option nichts velauten.

Bild: Air Berlin Flugzeug von martinteschner, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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