Bonität: Ratingagentur stuft Russland herab

25. April 2014 - 11:08 - keine Kommentare

Putin Medwedew (c) flickr IoSonoUnaFotoCamera

Die Krise in der Ukraine und Russlands Verwicklung in die Ereignisse, die Kritik westlicher Staaten und die politisch wie wirtschaftliche Unsicherheit hat sich nun in der Herabsetzung des Bonitätsratings ausgewirkt: Standard & Poor’s hat die russische Bewertung auf BBB- abgestuft.

Sollte sich zur angespannten politischen Lage auch die Wirtschaft Russlands in eine Krisensituation begeben, könnte die Kreditwürdigkeit vollends kippen: Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat sich dazu entschieden, die Bonität Russlands nun mit BBB- wiederzugeben – und somit nur eine Position, bevor vor der Investition in die Wirtschaft des Landes ausdrücklich gewarnt wird. Die wirtschaftliche Situation könnte sich ändern, sobald der nächste Schritt der angekündigten Sanktionen gegen Russlands Politik in der Ukraine ausgeführt wird. Dann wollen die USA, aber auch die westeuropäischen Staaten, ganze Wirtschaftszweige isolieren.

Russlands Kreditwürdigkeit in Gefahr: Standard & Poor’s melden BBB- Rating

Zwar ist das aktuell S&P Rating für Russland noch nicht vollkommen schlecht – es werden weitere 12 Abstufungen genannt, bis die Einschätzung den Zahlungsausfall bekanntgibt –, doch der Long Term Ausblick erscheint den Marktbeobachtern als negativ. Die gegenseitigen Vorwürfe, sich nicht an das Genfer Abkommen zu halten, die als Intervention jeweils wahrgenommene Einflussnahme auf die unterschiedlichen Gruppierungen in der Ukraine durch die USA und Russland und die Drohungen der westlichen Länder mit weiteren Sanktionen lassen die Entwicklung der russischen Wirtschaft derzeit zumindest für die Ratingagentur nicht rosig aussehen.

Die Herabstufung der Bonitätsbewertung könnte derweil auch Auswirkungen auf die Kreditvergabe haben: Die Unsicherheit, die durch das Rating ausgedrückt wird, könnte nicht nur dazu führen, dass Unternehmen und Anleger ihr Geld nicht mehr in die russische Wirtschaft investieren, sondern auch, dass internationale Banken Russland kein Geld mehr leihen – für den Staat würde dies bedeuten, schlimmstenfalls in die Zahlungsunfähigkeit zu geraten, da sich dieser Mechanismus häufig potentiert und selbst bedingt.

Ratingagentur fällt schweres Urteil über die russischen Wirtschaftsaussichten

Standard & Poor’s wagt sich mit ihrer Herabstufung der Bonität Russlands auf BBB-, was eine durchschnittlich gute Anlagemöglichkeit mit der Gefahr von ernsthaften Schwierigkeiten bei einer Wirtschaftsverschlechterung beinhaltet, deutlich schneller an eine Negativbewertung, basierend auf der aktuellen Krise in der Ukraine, als die anderen beiden großen Ratingagenturen, Fitch und Moody`s. Neben der angespannten Lage im Nachbarland ist jedoch auch die Nachricht, dass Investoren seit Anfang des Jahres mindestens 51 Milliarden Dollar aus dem Land gezogen haben, für die Verschlechterung der Bewertung mitverantwortlich. Die Wachstumsaussichten Russlands seien dadurch geschwächt, heißt es von der Ratingangentur.

Bild: Putin Medwedew von IoSonoUnaFotoCamera, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Bonität: Ratingagentur stuft Russland herab

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!