NATO kritisiert Russland für „zündelnde Rhetorik“ in der Ukraine-Krise

24. April 2014 - 10:48 - keine Kommentare

Putin Medwedev (c) flickr Russland und Urkaine

Der Vize-Generalsekretär der NATO, Alexander Vershbow, hat kritisch zu den jüngsten Äußerungen von Sergej Lawrow Stellung bezogen: Russlands Außenminister hatte eine „Antwort“ angedroht, sollten in der Ukraine russische Interessen verletzt werden. Vershbow zeigte sich besorgt über die „zündelnde Rhetorik“ Moskaus.

Unter dem Hinweis auf die Krise zwischen Süd-Ossetien in der ehemaligen sowjetischen Unionsrepublik Georgien vor sechs Jahren hat der russische Außenminister Sergej Lawrow deutlich gemacht, dass Moskau auch eine militärische Intervention in der Ukraine in Erwägung zieht, falls sich die dortige, aktuelle Krise in einem Maße zuspitzt, dass die „legitimen Interessen“ von Russen davon direkt betroffen wäre. Er kritisierte auch den Einfluss der USA auf die Übergangsregierung in Kiew: Der Fernsehsender RT hat die Aussagen Lawrows auf seiner Webseite veröffentlicht und durch dessen Meinung zu den Entwicklungen in der Ukraine ergänzt, „die Amerikaner“ würden „dahinter stecken“.

Krise in der Ukraine: Auch NATO kritisiert Moskaus Rhetorik

Die Beteiligung Moskaus spielte Lawrow allerdings herab: Man habe „überhaupt keine moralische Autorität“ und keine „Hebel des Einflusses“. Weiterhin meinte er, die USA würden „die Show dirigieren“, wie er in Medienberichten zitiert wird, wobei die Interimsregierung von Washington gesteuert würde, ohne dass das Land und dessen Eigenheiten gekannt würden. Eine Meinung, die auch der ehemalige Präsident Tschechiens, Václav Klaus, vertritt. Im tschechischen Fernsehen hat er Westeuropa und den USA vorgeworfen, die Situation auf dem Maidan „umgekippt“ zu haben, so dass die Proteste letztlich zum Sturz des Präsidenten Wiktor Janukowitsch führten.

Während die NATO die „zündelnde Rhetorik“ des russischen Außenministers kritisierte, nannte das US-Außenamt Lawrows Vorwürfe „kontraproduktiv und aufrührerisch“, die US-Regierung nannte sie „lächerlich“. Präsident Barack Obama erneuerte noch einmal seine Drohung mit weiteren Sanktionen, wenn sich Russland weiterhin nicht an das Genfer Abkommen hält – die Vereinigten Staaten erwarten von Moskau, dass dafür gesorgt wird, dass die Aufständischen in der Ostukraine die Waffen niederlegen und die Besetzung von Regierungsgebäuden aufgeben.

USA werfen Russland vor, sich nicht an das Genfer Abkommen zu halten

Auch US-Außenminister John Kerry warf noch einmal der Führung in Moskau vor, sich nicht genügend darum zu bemühen, den Konflikt zwischen der Übergangsregierung in Kiew und den Separatisten in der Ostukraine zu beheben. Aus der dortigen Stadt Slawjansk, in der ein Journalist eines amerikanischen Magazins entführt worden sei, wurde auch vermeldet, dass weitere Gefangene gemacht wurden, um die Aufständischen mit „Verhandlungsmasse“ zu versorgen, wie der selbsternannte Bürgermeister der Stadt, Wjatscheslaw Ponomarjow, in Medienberichten zitiert wird.

Bild: Putin und Medwedew von Russland und Ukraine, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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