Konflikt in der Ukraine: Gewalt flaut auch an Ostern nicht ab

21. April 2014 - 14:04 - keine Kommentare

Auch über die Ostertage gab es in der Ukraine wieder Ausschreitungen zu vermelden. In der Nacht zum Sonntag starben mehrere Menschen bei Zusammenstößen in der Stadt Slawjansk. Die OSZE spricht von einer schwierigen Lage.

Auch zur Osterzeit flaut die Gewalt in der Ukraine nicht ab. In der Stadt Slawjansk in der Nähe von Donezk, die von prorussisch Uniformierten dominiert wird, starben in der Nacht zum Sonntag mehrere Menschen. Die Polizei teilte mit, dass es mindestens drei Tote und fünf Verletzte gegeben habe, während das Innenministerium in Kiew einen Toten bestätigte. Dagegen sprachen die prorussischen Kräfte von mindestens fünf Toten. Zuvor habe es keinen offiziellen Einsatz in Slawjansk gegeben, betonte das Innenministerium in Kiew. Laut den Aussagen aus der ukrainischen Hauptstadt seien zwei Bürgergruppierungen aufeinander losgegangen. Die Lage in der Region spitzt sich dadurch weiterhin zu.

Lage in Slawjansk nicht unter Kontrolle

Das Ministerium in Kiew teilte weiterhin mit, dass die Lage in der Stadt aus der Kontrolle geraten sei. Prorussische Uniformierte sollen nach der Besatzung der örtlichen Polizeistation 400 Waffen an Bürger ausgeteilt haben. Dies führte zu den Ausschreitungen. Dagegen geht das russische Außenministerium von einem Angriff des ultranationalistischen Rechten Sektors aus. Diese Aktion zeige, dass die Genfer Beschlüsse für eine Lösung des Konflikts nicht eingehalten werden und das die neuen Machtinhaber in Kiew kein Interesse daran hätten, dass Nationalisten und Extremisten entwaffnet werden.

Eine erste positive Meldung gab es dagegen von den ukrainischen Behörden. Diese vermeldeten erstmals nach den Gesprächen in Genf eine Entwaffnung militanter Uniformierter und gewaltbereiter Aktivisten. So wurden in Lugansk ohne weitere Ausschreitungen drei Menschen mit Maschinengewehren festgenommen. Zuvor hatte das Innenministerium angesichts des Osterfestes die Menschen in der Ost- und Mittelukraine zu Versöhnung und Einheit aufgerufen, ehe sich die Zusammenstöße in Slawjansk ereigneten.

US-Vizepräsident reist nach Kiew

Am Montag reist Joe Biden in die ukrainische Hauptstadt, wo der US-Vizepräsident am Dienstag Gespräche mit Übergangspräsident Alexander Turtschinow und Ministerpräsident Arseni Jazenjuk führen werde. Weiterhin ist auch ein Treffen mit Parlamentsabgeordneten geplant. Biden will außerdem die Lage in der Ostkraine erörtern, denn dort sei die Lage besonders kritisch. Die Gespräche sollen zu weiten Annäherungen führen, denn mit der russischen Annektierung der Halbinsel Krim vor wenigen Wochen startete ein Konflikt, der bereits zahlreiche Menschenleben kostete. International wurde dieser Vorgang als Bruch des Völkerrechts gewertet und erst in der letzten Woche führten Gespräche in Genf zu ersten Kompromissen der verfeindeten Seiten.

Bild:Joe Biden von marcn, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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