Feinstaub-Belastung: Grenzwertüberschreitungen im ersten Quartal trotz grüner Umweltplakette

15. April 2014 - 09:28 - 1 Kommentar

Feinstaub

Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Werte der Feinstaub-Belastung bekannt gegeben: Obwohl in den Innenstädten deutscher Großstädte und anderen Ballungsräumen Umweltzonen eingerichtet wurden, die nur mit einer grünen Plakette von Autos befahren werden dürfen, wurden die zulässigen Grenzwertüberschreitungen schon beinahe erreicht.

Seit 2008 bestehen in deutschen Großstädten und Ballungsräumen die Umweltzonen, die nur mit entsprechenden Plaketten mit dem Auto befahren werden dürfen, um die Belastung mit Feinstaub nicht zu verstärken. Laut diversen Studien soll diese Maßnahme bislang noch keine erkennbaren Verbesserungen gebracht haben, die stufenweise Verschärfung der Auflagen für Autofahrer durch gelbe und grüne Plaketten – in Köln sollen die grünen ab 01. Juli 2014 gelten – hat die gemessenen Feinstaubwerte nicht sinken lassen: Das Umweltbundesamt (UBA) hat schon im ersten Quartal 2014 in vielen Großstädten Grenzwertüberschreitungen beinahe so vielen Tagen verzeichnet, wie von der EU-Kommission in Brüssel als zulässig festgeschrieben wurden.

Umweltbundesamt: Feinstaub-Werte in Großstädten schon jetzt an den zulässigen Grenzen

35 Tage im Jahr darf laut EU-Verordnung der gemessene Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten werden – allein in der Berliner Silbersteinstraße, einer besonders befahrenen Verbindung zwischen Tempelhof und Neukölln, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres an 33 Tagen über dem Grenzwert liegende Daten ermittelt. 32 Tage mit Werten über der Grenze wurden aus Frankfurt (Oder) gemeldet und noch einmal ist Berlin mit 31 Tagen in der Frankfurter Allee bei den höchsten Feinstaub-Messungen dabei. 30 Tage mit Werten über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden aus sowohl Leipzig als auch Halle bekannt.

Im vergangenen Jahr sind sowohl die Grenzwerte als auch die zulässigen Tage mehrfach und zum Teil in bedeutsamen Umfang überschritten worden: In Stuttgart wurden am Neckartor 2013 Grenzwertüberschreitungen an 82 Tagen gemessen – was jedoch schon als Verbesserung gewertet werden muss, denn 2005 waren es noch rund 100 Tage mehr.

Umweltzonen und grüne Plaketten: Feinstaub-Belastung bleibt hoch

Die durch Feinstaub hervorgerufenen Gesundheitsschäden wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegsbeschwerden sollen durch die Bemessungsgrenzen eingedämmt werden, doch laut Marcel Langner von der UBA habe die Belastung „nicht signifikant abgenommen“, seit die Umweltplaketten eingeführt wurden. Die höchsten Werte werden nach wie vor dort gemessen, wo besonders viel Straßenverkehr aufkommt.

Während der Experte vom Umweltbundesamt davon überzeugt ist, dass die Umweltzonen zumindest dafür gesorgt haben, dass sich die Situation in deutschen Ballungsgebieten nicht verschlechtert hat, sieht er jedoch auch Gefahren durch Kohlekraftwerke in Deutschland und Polen, durch Industrieabgase und fehlende Rußfilter für Baumaschinen, sowie durch die falsche Befeuerung von Heizöfen, durch die die Feinstaub-Belastung groß bliebe.

Bild:Feinstaub von Martis75, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Feinstaub-Belastung: Grenzwertüberschreitungen im ersten Quartal trotz grüner Umweltplakette

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von Die Umweltzone: Ein wirksames Mittel zur Schadstoffreduzierung? am 15. April 2014 - 17:08 Uhr

[…] Feinstaub-Belastung: Grenzüberschreitung im ersten Quartal trotz grüner Umweltplakette (borlife.de) (letzter Abruf: 15.04.2014) […]

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