Euro-Krise: Griechenland verkauft wieder Anleihen

11. April 2014 - 09:50 - keine Kommentare

Der stellvertretende Finanzminister von Griechenland, Christos Staikouras, kann frohlocken: Der erste Anleihenverkauf des angeschlagenen Eurolandes seit der Finanzkrise bringt drei Milliarden Euro. In der Auktion wurde auch eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Zinssatz von 4,75 Prozent vereinbart.

Die Finanzwelt Griechenlands scheint nach Jahren der anhaltenden Probleme langsam wieder an Fahrt zu gewinnen – die erste Anleihenauktion seit dem Höhepunkt der Euro-Krise vor vier Jahren konnte vor allem institutionelle, ausländische Anleger begeistern, die 90 Prozent der Bonds aufkauften. Auf diese Weise konnten drei Milliarden Euro bei fünfjähriger Laufzeit und 4,75-prozentigem Zinssatz in die Kassen des hierfür zuständigen zweiten Finanzministers Christos Staikouras gespült werden. Dieser zeigte sich begeistert vom Zuspruch, den er auch auf die Reformmaßnahmen in Griechenland zurückführte, und konnte auch die Möglichkeit weiterer Anleihenverkäufe noch in diesem Jahr bestätigen.

Anleihenverkäufe aus Griechenland: Finanzminister begeistert über Konditionen

Zudem habe das Ergebnis der ersten Anleihenauktion die Erwartungen weit übertroffen: 2,5 Milliarden hatte man sich erhofft, zu einem Zinssatz von weniger als 5,3 Prozent. Die Ökonomen freuen sich gemeinsam mit der Regierung über den „Durchbruch“, wie es Thodoris Pelagidis von der Universität von Piräus formulierte.

Die Zuversicht von Staikouras kommt dabei nicht von ungefähr: Der griechische Staat hat in den vergangenen Monaten und Jahren vieles dazu getan, um die Reformauflagen der europäischen Troika zu erfüllen und konnte dabei einige Erfolge herbeiführen. Laut dem stellvertretenden Finanzminister liegt dies auch nicht zuletzt an den „riesigen Opfern der griechischen Gesellschaft“, wie der Politiker in der Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zitiert wird. Auch das geplante Haushaltsplus kann die Hochstimmung des Ministers erklären.

Demnach wird mit einem Primärüberschuss gerechnet, den das Statistische Amt der EU, Eurostat, soll am 21. April 2014 bestätigen soll – damit soll letztlich auch die Krediterleichterungen belegt werden.

Drei Milliarden für griechische Anleihen: Erster Emanzipationsschritt nach der Euro-Krise

Die Reaktionen auf die Nachricht des erfolgreichen Anleihenverkaufs, mit dem Griechenland sich zu günstigen Konditionen bei ausländischen Investoren Geld leiht, fiel recht unterschiedlich aus: Während die Regierung vom Ergebnis begeistert ist und den Erfolg auch mit in den Wahlkampf ziehen möchte, bemängelt die Opposition, dass eben jenen Investoren damit mehr geholfen sei als den Griechen, Privatunternehmer bemängeln, dass ihre Kredite noch immer teuer sind und weite Teile der Bevölkerung bemängeln, dass der Anleihenverkauf auch hohe Zinsen mit sich bringt – deutlich höher als das, was für die Hilfskredite der EU gezahlt werden musste.

Bild:Griechenland von Konstantinos Dafalias, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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