Freihandelsabkommen TTIP: Studio offenbart Skepsis in Deutschland und den USA

10. April 2014 - 10:47 - keine Kommentare

Das Pew Research Center und die Bertelsmann Foundation haben in Deutschland und den USA in einer Umfrage die Zustimmung zum Freihandelsabkommens TTIP zwischen der EU und Amerika untersucht: Die Zweifel wurden dabei auf beiden Seiten des Atlantiks als groß offenbart.

Die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ wird seit einiger Zeit ausnehmend skeptisch gesehen: Nicht erst im Zuge der NSA-Affäre und der wachsenden Differenzen zwischen der EU und den USA formiert sich Widerstand gegen das geplante Freihandelsabkommen sowohl bei manchen Parteien zur Europawahl als auch bei der Bevölkerung sowohl in Deutschland als auch in Amerika. Eine US-Studie hat sich nun mit den genauen Zustimmungs- und Ablehnungs-Verhältnissen auseinandergesetzt im Allgemeinen und auch bei konkreten Verhandlungspositionen. Prinzipiell scheinen die Ergebnisse zumindest was das TTIP als solches angeht beinahe gleich auf beiden Seiten des Atlantiks auszufallen und die öffentliche Meinung hälftig zu spalten.

Transatlantic Trade and Investment Partnership: Zustimmung und Ablehnung in einer Umfrage

Allgemein betrachtet haben sich in der Umfrage vom Pew Research Center gemeinsam mit der Bertelsmann Foundation 55 Prozent der deutschen Befragten und 53 Prozent der Befragten auf amerikanischer Seite für das Freihandelsabkommen ausgesprochen. Im Detail weichen die Zahlen dann jedoch ab: Für die Einrichtung von Produkt-Standards, die für die USA wie für die EU gelten, haben sich lediglich 45 Prozent in Deutschland begeistern können, 76 Prozent der US-Studienteilnehmer sind allerdings dafür.

Die Beibehaltung von Zahlungen an den Zoll befürworten 62 Prozent der Deutschen und 59 Prozent der US-Bürger. Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich bei der Frage nach der Beibehaltung von Investmentbeschränkungen: Hier sind es 59 Prozent in Deutschland und 61 Prozent in den USA, die nicht wollen, dass Investoren vor veränderten Bedingungen geschützt werden.

Deutlich gegen angenommene Negativauswirkungen des Freihandelsabkommens haben sich in beiden Staaten die Befragten vor allem im Bereich des Umweltschutzes, des Lebensmittelschutzes, bei der Fahrsicherheit und beim Datenschutz ausgesprochen.

Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU: Bevölkerung auf beiden Seiten skeptisch

96 Prozent der deutschen Befragten – 953 Personen wurden hierzu angerufen – haben die Umweltstandards Europas jenen in den USA vorgezogen, die Sorge vor genmanipulierten und mit anderen Stoffen behandelten Nahrungsmitteln teilten 94 Prozent der Deutschen. Die US-Befragten, 1.002 an der Zahl, haben sich zu diesen beiden Aspekten mit 60 und 67 Prozent weniger stark positioniert.

Mit 85 Prozent ist auch die Ablehnung von US-Standards beim Datenschutz in Deutschland hoch (im Vergleich dazu bevorzugen nur 49 Prozent der amerikanischen Befragten die Standards ihres Landes). Auch von den Sicherheitsbedingungen im Auto sind 91 Prozent in Deutschland von den hiesigen Bestimmungen überzeugt, die US-Bürger stimmten ihren Standards zu 55 Prozent zu.

Die Umfrage wird durch die Aufforderung an die Politik ergänzt, mehr Verständnis und Vertrauen zu schaffen, in dem die geheimen Verhandlungen zwischen den Staaten transparenter würden und der Dialog mit der Bevölkerung auf beiden Seiten gesucht würde.

Bild:Landwirtschaft von pfatter, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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