Krim-Krise: John Kerry plant Treffen mit Sergej Lawrow

8. April 2014 - 09:37 - keine Kommentare

John Kerry

Während im Südosten der Ukraine weiterhin prorussische Kräfte in etlichen Städten Regierungsgebäude besetzt halten, hat John Kerry mit Sergej Lawrow telefoniert: Neben der Aufforderung an Moskau, die Milizen nicht weiter zu unterstützen, wurde auch ein Treffen der beiden Außenminister vereinbart.

Im anhaltenden Konflikt im Osten der Ukraine wurden Gebäudebesetzungen aus Donezk und anderen Städten gemeldet, US-Außenminister John Kerry hat die diplomatischen Beziehungen zu seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow wieder aufgenommen: Dieser solle nun dafür sorgen, dass sich Russland von den gewaltbereiten, nationalistischen Kräften und prorussischen Milizen zu distanzieren, um weiteren Sanktionen vorzubeugen. Aus Moskau hieß es, die Truppen, die in Charkow, Donezk und andernorts öffentliche Gebäude gestürmt haben, würden nicht von Russland kontrolliert. Anders als bei der Krim-Halbinsel wurden auch die russisch-orientierten Separatisten in der Ostukraine nicht anerkannt oder militärisch unterstützt.

Krise in der Ukraine: Prorussische Kräfte besetzen Regierungsgebäude im Osten

In Charkow und Donezk wurden zudem eine „autonome Republik“, beziehungsweise eine „souveräne Volksrepublik“ von den Gebäudebesetzern ausgerufen, die jedoch weder von der Ukraine noch von Russland anerkannt werden. Vielmehr wurden Spezialeinheiten von Kiew nach Donezk entsendet, um das dort gestürmte Geheimdienstgebäude wieder zu räumen, nachdem von dort aus ein Referendum für den 11. Mai angekündigt wurde, in dem über einen Russland-Anschluss abgestimmt werden soll – allerdings weist die Region im Gegensatz zur Krim keine russische Mehrheit in der Bevölkerung auf.

Während sich auch in Lugansk und Nikolajew prorussische mit ukrainischen Kräften Auseinandersetzungen liefern, hat John Kerry in einem Telefonat mit Sergej Lawrow unter Androhung von weiteren Folgen dazu aufgefordert, die „Separatisten, Saboteure und Provokateure“ nicht zu unterstützen – seiner Meinung nach gebe es Hinweise darauf, dass die Aufständischen in der Ostukraine von Moskau bezahlt würden und dort auch die „Orchestrierung“ der „Kampagne“ stattfände.

Außenminister der USA und Russlands wollen sich treffen

Währenddessen soll auch ein privates Militär- und Sicherheitsunternehmen aus den USA in der Ukraine tätig sein. Das Außenministerium Russlands verwehrte sich derweil gegen die Anschuldigungen und forderte dazu auf, militärische Vorbereitungen einzustellen, die in einen Bürgerkrieg führen könnten.

Innerhalb der nächsten zehn Tagen wollen sich Sergej Lawrow und John Kerry persönlich treffen, um die Verhandlungen weiterzuführen. Kerry gab bekannt, dass Sanktionen vermieden werden könnten, wenn die Destabilisierungsversuche Russlands in der Ukraine eingestellt würden.

Bild:John Kerry von Center for American Progress Action Fund, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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