Haushaltnahe Handwerksleistungen: SPD-Fraktionsvize für Abschaffung von Steuersubventionen

3. April 2014 - 10:21 - keine Kommentare

Handwerker

SPD-Vizefraktionschef Carsten Schneider denkt über die Abschaffung der steuerlichen Vorteile bei haushaltsnahen Handwerksleistungen nach: Laut einem Zeitungsinterview sieht er die eigentlichen Ziele der absetzbaren Reparatur- und Instandsetzungskosten verfehlt, 1,5 Milliarden Euro sollen dem Staat durch diese als Subventionen deklarierten Steuervergünstigungen entgehen.

Wer in seinem Haus das Dach reparieren lässt, die Fassade verschönern, Fenster und Türen auswechseln, sich sein Bad oder seine Küche erneuern, elektrische Geräte warten oder die Heizungsanlage austauschen, den Schornsteinfeger kommen oder auch Gartenarbeiten erledigen lässt, kann diese „haushaltsnahen Handwerksleistungen“ bei seiner Steuererklärung mit 20 Prozent des Rechnungsbetrages angeben – zumindest noch, denn die SPD zieht die Streichung dieser Steuervergünstigungen laut einem Interview, das SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider der „Süddeutschen Zeitung“ gab, in Erwägung. Seiner Meinung nach seien die Ziele der Einkommensteuermaßnahme verfehlt worden.

Steuerliche Vorteile bei Handwerksleistungen: 20 Prozent können abgesetzt werden

Maximal 1.200 Euro können in der Einkommensteuererklärung für Modernisierungs-, Restaurierungs- und Instandhaltungskosten angegeben werden: Die Idee hinter der Einführung dieser steuerlichen Vorteile, lag in der Förderung des Handwerks, in der Bekämpfung der Schwarzarbeit und die konjunkturellen Entwicklungen zu unterstützen – die 20 Prozent der Handwerkskosten, die von der Steuer abgesetzt werden können, sind also eine Form der Subvention, die den Bund pro Jahr 1,5 Milliarden Euro kosten.

Schon die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hat im Jahr 2011 mit dem Gedanken gespielt, die erst 2009 basierend auf Plänen der damaligen Großen Koalition auf die doppelte Höhe angehobene Steuererleichterung ganz abzuschaffen, da man befürchtete, Missbräuche der Vorteile im großen und flächendeckenden Stil damit zu begünstigen. Nun hat auch der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Zweifel an den Maßnahmen geäußert: Er glaubt, dass die Zielsetzungen bei der Einführung der Absetzbarkeit haushaltsnaher Handwerksleistungen nicht erfüllt wurden.

SPD-Fraktionsvize Schneider will die steuerlichen Subventionen abschaffen

Dabei stützt sich Schneider auf eine 260-seitige der Universität Freiburg, von Lars Feld und der Beratungsfirma Ernst & Young, die ebenfalls zu dem Schluss kommt, dieses Privileg einzuschränken oder gleich ganz abzuschaffen. 90 Prozent derjenigen, die es in Anspruch nähmen, hätten demnach sowieso legale Aufträge an Handwerker vergeben, während die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen nicht angestiegen sei. Schneider plädierte derweil auch darauf, den „Abbau von Steuersubventionen nicht länger als Steuererhöhungen [zu] verteufeln“, wenn der Koalitionspartner CDU die Bürger im Zuge der kalten Progression entlasten wolle.

Bild:Handwerk von Falko Söhne, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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