Deflationsgefahr: Preise steigen im Euroraum um nur 0,5 Prozent

1. April 2014 - 11:13 - keine Kommentare

Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat sich die Preissteigerungen in der Eurozone angesehen und befürchtet nun eine drohende Deflation: Durch den geringsten Inflationswert seit 2009 könnten Verbraucher über Preissenkungen frohlocken – die Wirtschaftskraft der Eurozone jedoch könnte erneut ins Stocken geraten.

Die Verbraucherpreise sollen im Euro-Raum durchschnittlich um nur 0,5 Prozent seit dem letzten Jahr gestiegen sein: Eurostat hat für die 18 Eurozonen-Staaten im März die geringste Inflation seit fünf Jahren ermittelt – damals wurde der Wert als die schwerste Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs betitelt. Auch zum Vormonat Februar sei die Inflationsrate um 0,2 Prozent gesunken und nun macht sich die Sorge vor einer Deflation breit. Zumal in Spanien soeben genau dies geschehen ist: Ohne Vorwarnung fiel die Teuerungsrate mit 0,2 Prozent in den Minusbereich, die Warenpreise fielen und die Gefahr eines Konjunktursturzes stieg. Denn was für Konsumenten zunächst positiv auffällt, kann in wirtschaftlicher Hinsicht schwerwiegende Folgen haben.

Niedriger Inflationswert in den 18 Eurostaaten: Eurostat sieht Deflationsgefahr

Eine sinkende Inflationsrate mit ebenfalls sinkenden Preisen kann dazu führen, dass keine Investitionen mehr getätigt werden und auch Verbraucher weniger kaufen – da sie damit rechnen, dass die Preise noch weiter fallen. Damit wäre die Konjunktur ausgebremst, die Produktion würde gestoppt, die Beschäftigungslage würde kippen, wodurch die Konsumenten auch weniger Geld hätten, um es auszugeben und die Wirtschaft befände sich somit auf einer Abwärtsspirale, die nur schwer durchbrochen werden kann.

Die niedrige Inflationsrate wurde von Eurostat als Durchschnitt aus den Werten aus Deutschland, wo die Inflation ebenfalls auf einem Tiefstand gemessen wurde, wiewohl noch eine größere Anschaffungsneigung für größere und teurere Konsumgüter gesehen wird, für Frankreich, Österreich, die Niederlande, Belgien und Italien, die angeschlagenen Euroländer Irland, Spanien, Zypern, Malta, Portugal und Griechenland, sowie Estland, Finnland, Lettland, Luxemburg, die Slowakei und Slowenien ermittelt. Dabei sollen die Energiekosten um 2,1 Prozent gefallen sein, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak, als „Kernrate“ von Konsumgütern des täglichen Gebrauchs zusammengefasst, sollen innerhalb der Jahresfrist um 0,8 Prozent weniger im Euroraum gekostet haben.

EZB könnte Leitzins weiter senken

Eine Möglichkeit, diese Deflation aufzuhalten, bestünde in der Senkung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank – doch dieser befindet sich bereits mit 0,25 Prozent auf dem geringsten jemals angesetzten Wert, eine weitere Senkung wäre sicherlich möglich, doch EZB-Chef Mario Draghi glaubt nicht an einen Preisverfall in Europa. Experten könnten sich neben der Leitzins-Senkung auch einen großangelegten Wertpapier-Kauf vorstellen, um der niedrigen Inflation entgegen zu wirken.

Bild:Euro von hom26, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Deflationsgefahr: Preise steigen im Euroraum um nur 0,5 Prozent

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!