Seitenhieb auf Putin: Barack Obama bezeichnet Russland als Regionalmacht

26. März 2014 - 09:49 - keine Kommentare

US-Präsident Barack Obama lies bei der Atomkonferenz in Den Haag abschätzige Worte für Putins Russland fallen: Das aggressive Auftreten gegenüber „Nachbarstaaten“ würde die „Schwäche“ einer „Regionalmacht“ beweisen – er erwartet von Moskau nach dem „Völkerrechtsbruch“ der Annektierung der Krim „verantwortungsvolles Handeln“.

Auf einer Pressekonferenz zum Gipfeltreffen in Den Haag, das die atomare Sicherheit zum Thema hatte, hat sich Barack Obama auch zur aktuellen Situation in Russland und in der Ukraine geäußert. Während der US-Präsident mit weiteren Sanktionen drohte, sollte die Militärpräsenz Russlands auf der Krim-Halbinsel nicht beendet werden, hat er auch ausgesprochen abfällige Worte über das eurasische Land gefunden: Russland sei lediglich eine „Regionalmacht“, die „nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche“ gegen die unmittelbaren Nachbarn agiere – der Seitenhieb, der maßgeblich auf die alten Verhältnisse zur Zeit der Sowjetunion anspielte, wird von Beobachtern nicht nur als Provokation Putins gesehen, sondern auch als Bestätigung des außenpolitischen Einflusses Obamas.

US-Präsident äußert sich abschätzig: Putins Russland sei nur eine Regionalmacht

Als die Ukraine noch zur Sowjetunion gehörte, blieb die Macht Moskaus unangetastet, die UdSSR stellte auf internationaler Ebene eine der beiden großen Weltmächte – ein Umstand, dem der russische Präsident Wladimir Putin nachtrauert und den er durch die Erweiterung des russischen Einflusses auf die ehemaligen Bündnisstaaten wieder herstellen will. Die Annektierung der Krim-Halbinsel und die Einflussnahme auf die ehemalige Regierung der Ukraine sei daher laut Barack Obama Ausdruck von „weniger und nicht mehr Einfluss“ Moskaus.

Russland müsse „internationale Normen“ akzeptieren, sagte der US-Präsident weiter und verwies leicht süffisant darauf, dass die Vereinigten Staaten ihre Nachbarstaaten nicht überfallen müssten, um „kooperative Beziehungen“ zu unterhalten. Ungeachtet der militärischen Einsätze der USA im Irak und in Afghanistan versicherte er den Bündnispartnern in der Nato der Unterstützung, falls diplomatische Maßnahmen die Krim-Krise nicht lösen könnten. Tatsächlich zöge er Diplomatie vor, sagte Obama, er sehe aber keine einfach Lösung für die ukrainisch-russische Situation.

Obama sieht in Krim-Annektierung russische Schwäche

Eine andere Sicht auf die abschätzigen Worte des US-Präsidenten ergibt sich aus einer innenpolitischen Sicht in den Vereinigten Staaten: Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hatte Putin unlängst als größten geopolitischen Feind bezeichnet, mit der Herabstufung Russlands zur „Regionalmacht“ in Obamas Rede stellt sich der Präsident auch den Vorwürfen der konservativen Kräfte in den USA, die Krim-Halbinsel hätte nur durch die Schwäche des Weißen Hauses annektiert werden können.

Die Vertreter der G7-Staaten hatten am Montag weitere Sanktionen gegen Russland beschlossen, die sich unter anderem in der Absage eines Gipfeltreffens in Sotschi äußerten, sowie dem Ausschluss der russischen Beteiligung an den G8-Gesprächen.

Bild:US-Präsident Barack Obama von jamesomalley, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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