G7-Gipfel einigt sich auf Ausschluss Russlands

25. März 2014 - 09:37 - keine Kommentare

Russland wird aufgrund der Annektierung der Krim-Halbinsel vom Westen politisch und wirtschaftlich isoliert: Auf dem G7-Gipfel in Den Haag beschlossen die Staats- und Regierungschefs, vorerst ohne Putin tagen zu wollen, während ausländische Anleger ihr Geld aus russischen Investitionen abziehen.

In Den Haag haben sich die Staatschefs der USA, von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Japan und Italien zum G7-Gipfel getroffen – ohne Wladimir Putin. Die Regierungschefs der größten Volkswirtschaften haben mit der Ausladung Russlands ein Zeichen gegen die Annektierung der Krim gesetzt. In dieser Zusammensetzung trafen sich die Länder bereits zwischen 1976 und 1998, danach wurde die Gruppe als G8 gemeinsam mit Russland fortgeführt, doch nun hat man beschlossen, die Gespräche so lange ohne den einstigen Partner zu führen, bis dieser die Halbinsel am Schwarzen Meer an die Ukraine zurückgibt. Aus diplomatischen Gründen trafen sich Barack Obama, Angela Merkel, François Hollande, David Cameron und ihre Kollegen in der Residenz des niederländischen Premierministers Mark Rutte.

Russland wird isoliert: Protest gegen Krim-Annektierung auf dem G7-Gipfel

Was auch immer Putins Plan war, seine Annektierung der Krim-Halbinsel, als die der russische Militäreinsatz und das darauf folgende Referendum gewertet werden, hat zumindest im Westen für Ablehnung gesorgt: Russland wird von den sieben größten Wirtschaftsmächten isoliert und auch die Investoren, vor allem jene aus Deutschland, sind nicht von dem derzeit eingeschlagenen Wert überzeugt. Während der G7-Gipfel sich darauf einigte, sich vorerst ohne den russischen Präsidenten treffen zu wollen, sind laut den Schätzungen der Regierung in Moskau im ersten Halbjahr 2014 70 Milliarden Dollar abgezogen worden.

Die Kapitalabflüsse übersteigen damit in den ersten drei Monaten bereits die gesamten Abflüsse des vergangenen Jahres um 7 Milliarden Dollar – der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepach, der die Regierungseinschätzung bekanntgab, bestand allerdings darauf, dass dies nicht an den vom Westen beschlossenen Sanktionen hinge: Der Kapitalabfluss sei schon zuvor höher ausgefallen, wenn auch die Spannungen zwischen Russland, der EU und den USA zu seiner Steigerung geführt hätten.

Kapitalabfluss in Russland: Investoren entziehen 70 Milliarden Dollar

Sollten die G7-Länder weitere Sanktionen gegen Putins Russland beschließen, so würden sich diese in erster Linie auf wirtschaftlicher Ebene abspielen: Von Handelsboykotts wird gesprochen und von Export-Stopps – allein deutsche Firmen haben in den vergangenen Jahren 20 Milliarden Euro in das Wachstum der russischen Wirtschaft investiert, während die Export-Leistung von Deutschland nach Russland etwa 38 Milliarden Euro beträgt.

Wirtschaftssanktionen würden die dritte Stufe der Maßnahmen gegen Russlands Krim-Politik darstellen, sollen jedoch nicht erst eingesetzt werden, falls die Situation auf der Halbinsel weiter eskaliert, hieß es in der Erklärung der G7-Staaten in Den Haag. Die eingeschränkten diplomatischen Beziehungen, die sich im abgesagten Wirtschaftsgipfel in Sotschi, in den vorerst verschobenen deutsch-russischen Gesprächen, dem Abzug von Kapital der Investoren und auch im Ausschluss Russlands vom G8-Gipfel äußern, werden von Beobachtern als langfristig und nur schwer lösbar erachtet.

Bild:Wladimir Putin von maiak.infoFlickrMail senden, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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