Energiewende: Vattenfall sieht Überkapazität bei fossilen Brennstoffen

24. März 2014 - 09:41 - keine Kommentare

RWE und E.on haben sich für die Subventionierung von Reservestrom in Kapazitätsmärkten ausgesprochen, um die Versorgungssicherheit während der Energiewende zu garantieren – der dritte große Energieversorger Vattenfall scheint eine gegenteilige Meinung zu vertreten: In einem Positionspapier werden den fossilen Kraftwerken Überkapazitäten bescheinigt.

Vattenfall soll sich gegen die landläufige Meinung stellen, zur Gewährleistung der Versorgung mit Energie auch im Fall von Stromschwankungen bei regenerativen Energien sei die Subvention fossiler Kraftwerke notwendig: Die sogenannten Kapazitätsmärkte sollen die bereits produzierten Reserven finanzieren, um somit die Energiewende zu unterstützen – derzeit wird die zusätzliche Stromproduktion aus Kohle nicht vergütet. Diese Versorgungssicherheit sei ohnehin bis 2020 gewährleistet, wie die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ unter Bezugnahme auf ein internes Positionspapier des Energieunternehmens aus Schweden berichtet.

Vattenfall: Energiewende auch ohne Kapazitätsmärkte

Seit einiger Zeit wird die Gewährleistung der Stromversorgung im Falle von Energieschwankungen bei Wind und Sonne diskutiert, die einhellige Meinung hierzu lautet, dass die klassischen Kraftwerke für fossile Brennstoffe, also Steinkohle, Braunkohle und Gas, in einem nicht unerheblichen Maße beibehalten werden sollen, um im Bedarfsfall Ausfälle bei den regenerativen Energien auszugleichen – so zumindest sehen dies zwei der größten Energielieferanten in Deutschland, die RWE und E.on. Vattenfalls interne Analyse scheint sich nun direkt gegen diese Einschätzung zu wenden.

Hier wird davon ausgegangen, dass die vorhandenen Überkapazitäten ausreichen, um diese Schwankungen aufzufangen, schlimmstenfalls sei mit „regionalen Kapazitätsproblemen“ zu rechnen. Diese könnten jedoch behoben werden, wenn die Übertragungsnetze weiter ausgebaut werden. Vattenfall schätzt weiterhin, dass unrentable Kraftwerke vom Netz gehen können und damit die Energieversorgung in Deutschland nicht gefährdet sei, sondern auch die Energiepreisbildung sich erhole.

Kohlekraftwerke und fossile Brennstoffe: Positionspapier sieht Überkapazitäten

„Kapazitätsmechanismen“ wie die Entlohnung der Stromreserveproduktion sei laut Vattenfall nicht notwendig, wohl aber die „Bestimmung einiger Kraftwerke“ zur „strategischen Reserve“, wie es in Medienberichten heißt. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass sich Tuomo Hatakka, der Chef von Vattenfall-Europe, zwar mit dem Inhalt des dem „Spiegel“ vorliegenden Positionspapiers auseinander gesetzt habe, sich jedoch nicht festlegen wolle. Zudem sei es schwierig, langfristige Einschätzungen abzugeben, da der Energiemarkt einem „rasanten Wandel“ unterläge.

Bild:Vattenfall von lennox_mcdough, CC BY – bearbeitet von borlife.

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