Krim-Krise: Merkel-Besuch des G8-Gipfels unter Vorbehalt

9. März 2014 - 08:55 - keine Kommentare

Der für Juni geplante G8 in Sotschi (Russland) könnte womöglich ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Hintergrund ist die Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel ihre Teilnahme unter Vorbehalt zu stellen, sollte es am kommenden Wochenende wie geplant zu einem Referendum zur Zukunft der Halbinsel Krim kommen. Politischen Einschätzen zufolge würden die Bewohner für einen Anschluss an Russland stimmen.

Die Krim-Krise hat weiterhin an Schärfe gewonnen. Fast überall kommt zu Drohungen oder gar gewaltsamen Übergriffen auf Journalisten. An einigen Grenzposten sollen bereits Warnschüsse gefallen sein. Auch der verbale Dialog hat weiterhin an Schärfe gewonnen, so kündigte Russlands Außenminister an im Fall amerikanischer Sanktionen die gegenseitigen Boabachter der Atompolitik abzuziehen. Während dessen soll es zu ersten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine gekommen sein, deren Ergebnisse aber bislang nicht veröffentlich wurden.

Krim-Krise: Merkel-Besuch des G8-Gipfels unter Vorbehalt

Mit einer gewissen Ohnmacht steht Europa dem russischen Eingreifen auf der Krim gegenüber. Leichte Sanktionen, die am Ende der vergangenen Woche beschlossen wurden, haben keinerlei Wirkung erzielt. Weitere wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen, ist der EU angesichts der zukünftigen Zusammenarbeit noch zu riskant. Andere Überlegungen wie dem Boykott der WM 2018 kommen derzeit wie hohle Phrasen daher, liegt das Turnier noch vier Jahre in der Zukunft.

Angela Merkel hat jetzt in diesem Zusammenhang angekündigt, dass sie im Falle eines Referendums über die Zukunft der Krim nicht wie geplant im Juni zum G8-Gipfel reisen wird. Der Ausgang des Referendums gilt bereits als sicher, denn die meisten Bewohner würden sich in diesem fall für einen Anschluss an Russland aussprechen.

Bild:Angela Merkel von World Economic Forum, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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