Siemens: Unternehmen klagt gegen Auftragsverbot in Brasilien

3. März 2014 - 09:07 - keine Kommentare

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Schon im August 2013 wurde entschieden, dass das deutsche Unternehmen Siemens aufgrund von Korruptionsvorwürfen keine staatlichen Aufträge in Brasilien innerhalb der nächsten fünf Jahren erhalten darf, nun hat ein Gericht die Rechtskräftigkeit beschlossen. Der Konzern will gegen das Urteil vorgehen.

Wenn Siemens keine Aufträge mehr von Staatsseiten in Brasilien bekommt, könnte die gesamte Aufstellung des deutschen Konzerns in Südamerika gefährdet sein, denn immerhin gehen 2,5 Prozent des Gesamtumsatzes auf das Konto des größten Landes des Kontinents. Und kurz vor dem Anpfiff zur Fußball-WM 2014 in Brasilien ist die Einschränkung der Tätigkeit durch das Gericht besonders herb. Die Umsätze in Brasilien mussten in den letzten zwei Jahren Rückgänge auf 1,95 Milliarden Euro verbuchen, obwohl öffentliche Aufträge nicht nur zur WM erteilt wurden, sondern auch bereits in Bezug auf die Olympischen Spiele, die 2016 in Rio de Janeiro ausgetragen werden.

Sperrung für Aufträge bis 2018: Siemens klagt gegen Gerichtsurteil in Brasilien

Dass das Gerichtsurteil, das eine fünfjährige Sperre für die Teilnahme an Ausschreibungen und den Erhalt von Staatsaufträgen vorsieht, nun ausgerechnet vor den beiden Sport-Großereignissen rechtskräftig wird, trifft Siemens hart. Hintergrund des Beschlusses sind Vorgänge aus den Jahren zwischen 1999 und 2005, in denen Mitarbeiter Politiker bestochen hätten – dabei sei es um U-Bahn-Bauten und Nahverkehrszüge gegangen sowie um Ausschreibungen, die die Post und Telekom von Brasilien betroffen hätten.

Die Sperre bis 2018 könnte laut den Berechnungen der „Süddeutschen Zeitung“ etwa 100 bis 200 Millionen Euro im Jahr bedeuten, die Siemens verlieren würde – bei einem Gesamtumsatz von 75 Milliarden Euro per Anno nicht sonderlich viel, aber image-schädigend allemal. Ebenfalls sei es im Bestreben, die Weste in Südamerika rein zu wachen, nicht nützlich, dass ein Konto in Genf gefunden wurde, auf dem 20 Millionen Euro für Politiker in Brasilien laut der Zeitung lagern sollen.

Korruptionsvorwürfe: Elektro-Konzern befürchtet Image-Schaden

Siemens befand sich bereits seit 2010 in Gesprächen mit der Regierung über mögliche Folgen der Korruptionsvorwürfe, gegen die Entscheidung aus dem August des vergangenen Jahres hatte der Elektro-Riese Widerspruch eingelegt, weswegen das Urteil erst im Januar 2014 rechtskräftig werden konnte. Ein Sprecher des Unternehmens gab laut Medienberichten an, dass Siemens „Rechtsmittel“  gegen die Gerichtsentscheidung eingelegt hätte. Zuvor hatte die Zeitung „Estado de São Paulo“ hierüber berichtet.

Bild:Siemens von blue-news.org, CC BY – bearbeitet von borlife.

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