Angela Merkel: Seehofer und Oettinger wollen vierte Amtszeit

3. März 2014 - 08:17 - keine Kommentare

Das Kabinett Merkel III ist noch keine 100 Tage alt, die ersten Skandale und Rücktritte haben bereits für Umbrüche gesorgt und die Positionierung der Großen Koalition ist noch nicht abgeschlossen, doch CSU-Chef Horst Seehofer sieht schon eine vierte Amtszeit am Horizont.

In einem Zeitungs-Interview hat der Bayrische Ministerpräsident klar gemacht, dass er davon ausgeht, Angela Merkel würde auch 2017 noch einmal für das Amt der Bundeskanzlerin kandidieren. Merkel selbst will sich allerdings noch nicht festlegen.Noch vor der Bundestagswahl 2013 wurde gemutmaßt, die Vorsitzende der CDU würde nur die Hälfte ihrer aktuellen Legislaturperiode im Amt bleiben: Ausgehend von einer Aussage ihrerseits, man würde nur maximal 10 Jahr als BundeskanzlerIn bestehen können, wurde schon bevor die Stimmen überhaupt abgegeben wurden über einen Rücktritt im Jahr 2015 nachgedacht.

Horst Seehofer befürwortet vierte Amtszeit Merkels

Doch zu einem solchen Schritt hat sie sich ebenso wenig geäußert, wie zu den aktuellen, überzeugten Mutmaßungen Seehofers, der mit dem Interview auch seine eigene Prophezeiung wiederholt – als Angela Merkel acht Jahr im Amt war, gratulierte er ihr zur Halbzeit, in Anspielung auf die 16 Jahre, die ihr Mentor Helmut Kohl Bundeskanzler war.
Horst Seehofers Äußerung muss derweil nicht nur als Werbekampagne für die Kanzlerin gesehen werden, vielmehr muss sie in Bezug auf den aktuellen Wahlkampf in Bayern betrachtet werden: Seehofer weiß um die Popularität der Kanzlerin, aber auch um die Stimmgewalt der CSU-Anhänger im Freistaat – mit seiner Aussage unterstützt er die Kanzlerin und sich selbst sowie beide Parteien, legt jedoch auch nahe, dass die Unterstützung auch zurückgezogen werden könnte.

Die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, in dem das Seehofer-Interview erscheint, vermutet daher auch einen gewissen Druck, den der CSU-Chef auf die CDU ausüben möchte: In Bezug auf die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Gerüchten zufolge ebenfalls für das Kanzleramt kandidieren könnte, hätte Seehofer dieser Deutung nach eben jene Unterstützung versagt.

Bundeskanzlerin Merkel: Spekulation zur Kandidatur 2017

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger von der CDU hat sich gegenüber dem „Spiegel“ für eine möglichst lange Fortsetzung der Kanzlerschaft Merkels ausgesprochen: Diese sei für die Stabilität in Europa wichtig, da diese durch stabile Regierungen gewährleistet würde. Hierzu wurde ebenfalls keine Stellung bezogen, es hieß laut dem Zeitungsbericht nur, dass Angela Merkel für eine volle Amtszeit gewählt worden sei und diese auch vollständig absolviere. Für die Zeit danach sei noch kein Raum für Spekulationen.

Bild:Angela Merkel von dulhunk, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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