Evakuierung von Homs: Syrische Regierung lässt Zivilisten aus belagerter Stadt

7. Februar 2014 - 16:08 - keine Kommentare

Nach einem Jahr der Belagerung können die Bewohner von Homs nun ihre Stadt erstmals wieder verlassen: Im Syrien-Konflikt war die Evakuierung der Bevölkerung während der anhaltenden Kämpfe immer wieder erschwert worden – der Durchbruch konnte während der Friedensverhandlungen in Genf vereinbart werden.

Talal al-Barasi, Gouverneur von Homs in Syrien, hat angekündigt, dass 200 Bewohner der seit Monaten umkämpften Stadt aus den von Rebellen besetzten Stadtteilen gebracht werden: 3.000 Menschen harren in der Altstadt von Homs aus, seitdem der Bürgerkrieg sie vor etwa eineinhalb Jahren dort einschloss. Am Morgen des Freitags, dem 07. Februar 2014, sollen nun Vertreter der Regierung der Provinz Homs und der UN gemeinsam mit Mitgliedern des Roten Kreuzes zur Vorbereitung der Evakuierung in die Altstadt gefahren sein. Die Rettung der eingeschlossenen Bewohner war Teil der Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Regierung unter Baschar al-Assad und den Oppositionsgruppen, die bis zum Ende der letzten Woche in Genf geführt wurden.

Bürgerkrieg in Syrien: Evakuierung von Homs kann beginnen

Die UN bezeichnet den Beschluss der Bürgerkriegsparteien als „humanitäre Waffenpause“: Während dieser Zeit soll es den Hilfsgruppen ermöglicht werden, die Bewohner aus der Altstadt zu holen und den dort verbleibendenden Nahrung und Medizin bringen zu können. Laut der Aussage von Aktivisten soll bereits eine Hungersnot in Homs ausgebrochen sein – das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, hat Lastwagen bereit gestellt, um die vom Bürgerkrieg in Syrien belagerten Bewohner mit Hilfsmitteln am Samstag versorgen zu können.

Seit Juni 2012 werden die Stadtteile von Homs von Rebellen gehalten und von der syrischen Armee belagert, dreitausend Personen sollen sich in der Altstadt aufhalten. Während die Regierung ankündigte, „keine Zugeständnisse“ an die Opposition machen zu wollen, hatte sie eingewilligt, Frauen und Kinder aus Homs ziehen zu lassen. Der Stadtgouverneur Talal al-Barasi hatte die „humanitäre Pause“ mit dem UN-Koordinator Yacoub El Hillo abgesprochen, UN-Sprecher Farhan Haq konnte dies später bestätigen.

Zweite Verhandlungsrunde im Syrienkonflikt startet am Montag in Genf

Die Einigung der unterschiedlichen Bürgerkriegsparteien auf eine Hilfe für die eingeschlossenen Bewohner von Homs wird als einer der ersten und größten Erfolge der ersten Verhandlungsrunde gewertet, die unter dem UN-Sonderermittler Lakhdad Brahimi in Genf geführt wurde. Dieser zeigte sich enttäuscht über fehlende Ergebnisse, betonte aber, dass das „Eis gebrochen“ sei. Zum Ende der ersten Runde wurde noch kein Termin für die Fortsetzung der Gespräche bekanntgegeben, nun steht jedoch fest, dass die zweite Verhandlungsrunde im Syrienkonflikt am Montag, dem 10. Februar 2014, beginnen soll.

Bild: Syrien Flüchtlingslager von beatrice.dillies@ladepeche.fr, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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