Chemiewaffen in Syrien: Abtransporte gehen nur schleppend voran

30. Januar 2014 - 10:34 - keine Kommentare

1.300 Tonnen chemischer Waffen soll das syrische Regime unter Baschar al-Assad besitzen, bis Juni 2014 wollte es, dem internationalen Druck folgend, dieses Arsenal abschaffen, doch die Transporte gehen schleppend voran: Bislang sollen erst vier Prozent des Bestandes fortgeschafft worden sein.

Das Projekt des Abtransports der Chemiewaffen in Syrien soll bis zu acht Wochen hinter dem Zeitplan liegen: Nachdem im Bürgerkrieg Giftgas eingesetzt wurde, hat Staatspräsident Baschar al-Assad auf die international geführte Debatte reagiert und zum einen UNO-Beobachter den Zugang zu den Krisengebieten ermöglicht und zum anderen der Auflösung des Waffenarsenals mit chemischen Bestandteilen zugestimmt. Diese sollen nun bis zur Jahresmitte außer Landes geschafft werden – doch bislang sind von den 1.300 Tonnen nur vier Prozent an nicht mehr funktionstüchtigen C-Waffen abtransportiert worden.

Syrien soll 1.300 Tonnen C-Waffen bis Juni abtransportieren

Laut Medienberichten kommen die Angaben über die geringe Menge der hinfort geschafften chemischen Waffen von mit der Aufgabe vertrauten Personen. Demnach soll es neben der sechs- bis achtwöchigen Verzögerung auch nicht so aussehen, als ob sich die Transportmenge vergrößern würde. Einer der Gründe für den nur schleppende Vernichtung der syrischen Chemiewaffen soll in der Problematik des anhaltenden Bürgerkriegs liegen.
Denn die Waffentransporte müssen von Damaskus bis zur Küste des Mittelmeeres geschafft werden – eine Route, die durch Kriegsgebiete führt und die vom Libanon aus häufig angegriffen wird. Hierdurch werden die Transporte naturgemäß erschwert und aufgehalten und die Menge der Chemiewaffen bleibt überschaubar. Von der Küste aus müssen sie dann weiter transportiert werden, was weitere Verzögerungen nach sich zieht.

Chemiewaffen: Verzögerung bei Transporten

Die USA hatten Syrien damit gedroht, nötigenfalls militärische Maßnahmen zu ergreifen, wenn nicht der Zugang für die UNO-Experten eingeräumt und die C-Waffen vernichtet würden. Am Donnerstag trifft sich die Organisation zum Verbot von chemischen Waffen (OPCW), ein Vertreter des US-Außenministeriums will laut Medienberichten die aktuelle Thematik des Waffentransports aus Syrien ansprechen.

Währenddessen wurde auch eine Friedenskonferenz angestrebt, die in Genf seit mehreren Tagen läuft. Unter dem Vermittler Lakhdar Brahimi sei ein Fortschritt erzielt worden, da die Parteien nach drei Jahren erstmals wieder miteinander reden. Brahimi wird als „nicht unzufrieden“ zitiert, er scheint aber seine Hoffnungen eher auf die zweite Gesprächsrunde zu legen, die nach einer einwöchigen Unterbrechung in Genf wieder aufgenommen werden soll.

Bild: Zerstörung Syrien von FreedomHouse, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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