Mein Lover, sein Vater und ich auf Sat.1

28. Januar 2014 - 19:17 - keine Kommentare

Sat.1 hat mit „Mein Lover, sein Vater und ich“ eine Romantik Komödie selbst produziert, in der Katharina Müller-Elmau zwischen Lucas Prisor und Hendrik Duryn gerät. Regisseur Holger Haase hat die Produktion beschwingt inszeniert, kann aber doch an etlichen Klischees nicht vorbeimanövrieren.

Katharina Müller-Elmau ist als Nicky Koch in „Mein Lover, sein Vater und ich“ eine erfolgreiche Einkäuferin für ein Online-Modehaus, doch die Mitvierzigerin scheint ihren Biss verloren zu haben. Nach einigen Fehlern wird sie gefeuert, ihr bedeutend jüngerer Freund Sascha (Lucas Prisor) rückt an ihre Stelle, was der Beziehung natürlich nicht gut tut. Als eine Einladung zum Klassentreffen ansteht, fährt sie zurück in ihr Dorf im Münsterland, wo sie ihre alte Flamme Axel (Hendrik Duryn) wiedertrifft und sie sich näherkommen – allerdings entpuppt dieser sich auch als Vater von Sascha, wodurch die ganze Midlife-Crisis dann persönliche Dimensionen annimmt.

Mein Lover, sein Vater und ich: Romantic Comedy mit Katharina Müller-Elmau und Hendrik Duryn

In den 80ern wimmelte es von Filmtiteln, die mit „Hoppla…“, „Huch…“ und „Hilfe…“ eingeleitet wurden oder auf „…Junior“ endeten, um dem Publikum zu zeigen, dass es hier ein muntere Komödie mit Teenagern und/oder Familien zu erwarten hat und um an erfolgreiche Filme zu erinnern, bei denen bereits solche Titel bemüht wurden. In den 90ern, spätestens aber nach 2000 ist die merkwürdige Aufzählung von Familienmitgliedern an diese Stelle gerückt und plötzlich wimmelte es von Vätern, Schwiegereltern, Bräuten und anderen Verbindungen – dies ist nun Grund genug für Sat.1 eine romantische Komödie ebenso zu betiteln ohne dafür aber Ben Stiller oder ähnliche Kaliber zu bemühen.

Stattdessen muss Hendrik Duryn alias „Der Lehrer“ sich nun als gestandener Landmann beweisen, während Katharina Müller-Elmau („Vincent will Meer“) die Großstadt-Karrierefrau vom Dienst gibt. Dabei wird eine türenknallende Boulevard-Komödie mit halbwegs aktuellen Themen aufgepeppt, dann aber wiederum mit Klischees und eigentümlichen Dialogen angereichert, um eine typische Rosamunde-Pilcher-Handlung mit dem notwendigen Maß an Komik aufzuwerten, damit die Beschreibung als Romantic Comedy gerade noch so durchgeht.

Sat.1 versucht sich an einer Eigenproduktion

Holger Haase, der zuvor „Im Spessart sind die Geister los“ inszenierte, hat für Sat.1 versucht, eine Familienkomödie zu drehen, in der sich die Vierzigjährigen wie zwanzig aufführen dürfen, es Kritik an Start-Ups und an Karrieristen hagelt, persönliche Probleme auch schon einmal in Gesellschaftsverweigerung enden und dusselige Inzest-Witzchen gerissen werden – lobende Filmkritiken finden sich zu der Sat.1 Eigenproduktion ebenso wie vernichtende und vermutlich sollte man sich ein eigenes Bild machen, wenn „Mein Lover, sein Vater und ich“ am Dienstag, den 28. Januar 2014 um 20.15 Uhr gesendet wird.

Bild: Sat.1 / Fotografin: BRITTA KREHL

 
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