Arbeitslosigkeit in Frankreich: Hollande muss Rekordquote hinnehmen

28. Januar 2014 - 13:56 - keine Kommentare

Der französische Präsident François Hollande muss eine schwere Schlappe eingestehen: Sein wirtschaftlich-politisches Ziel, die Arbeitslosenquote zu senken konnte nicht erreicht werden – im Gegenteil, die Zahlen haben Rekordhöhe erreicht. Berichten zufolge soll sich Frankreichs Staatschef an Peter Hartz zu Reform-Beratungen gewandt haben.

François Hollande kommt nicht zur Ruhe: Nach der Berichterstattung seiner extraehelichen Aktivitäten und seiner Trennung von Valérie Trierweiler wird ihm nun in Frankreich die Arbeitslosenstatistik zum Verhängnis: Der Präsident wollte sie eigentlich bis zum Ende des Jahres erheblich mindern, nun aber ist sie auf eine Rekordhöhe von 3,303 Millionen Arbeitslosen angestiegen. Ende Dezember soll somit die Arbeitslosenquote bei 11 Prozent gelegen haben – zur Reform des Arbeitsmarktes soll der Elysée-Palast nun Peter Hartz als Berater eingeladen haben, heißt es in Medienberichten.

Arbeitslosenquote in Frankreich: Statistik erreicht Rekordhöhe

Der ehemalige VW-Vorstand ist in Deutschland untrennbar mit den „Agenda 2010“ Reformen unter Bundeskanzler Gerhard Schröder verbunden – und natürlich mit den Änderungen im Arbeitslosengeld, das heute nur noch Hartz IV genannt wird. Aquilino Morelle, Berater des Präsidenten, hat eine Tätigkeit von Peter Hartz dementiert. Laut der „Saarbrücker Zeitung“ soll er aber vor zwei Monaten sich in Paris mit Hollande getroffen haben und zudem zur Think Tank „En Temps Réel“ Kontakte haben.

Das Ansehen des französischen Präsidenten ist im Zuge der Verkündung der neuesten Entwicklungen der Arbeitslosenzahlen noch stärker gesunken. Seit 2011 ist die Statistik der Erwerbslosen kontinuierlich gestiegen und der Chef der Opposition, Jean-François Copé (UMP), hat in Bezug auf die neuesten Zahlen den Rücktritt des Arbeitsministers Michel Sapin gefordert, da dieser „gescheitert“ sei.

Präsident François Hollande will Pakt der Verantwortung mit Unternehmen eingehen

François Hollande hat sein Versprechen nicht halten können, bis zum Ende 2013 die Arbeitslosenzahlen massiv zu verringern, einschneidende Reformen werden nun in Frankreich erwartet. Der sozialistische Präsident ist dabei auf die Mitarbeit der Unternehmen angewiesen, die nicht dafür bekannt sind, seine Politik zu teilen: Er will mit ihnen einen „Verantwortungspakt“ schließen und in diesem Zusammenhang arbeitgeberfreundliche Zugeständnisse machen, etwa durch die Senkung der Lohnnebenkosten.

Dafür erwartet er aber auch die Zusage zur Schaffung neuer Arbeitsstellen. Bis zum Jahr 2017 sollen somit 30 Millionen Euro bei den Unternehmen eingespart werden durch die Streichung von Sozialabgaben für Familienleistungen, die Verminderung der Arbeitslosenquote soll dafür nicht nur auf politischem Wege, sondern eben auch durch die Arbeitgeber erreicht werden.

Bild:François Hollande von jmayrault, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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