Nicht alles war schlecht im ZDF: DDR-Dokumentation mit Constantin von Jascheroff

28. Januar 2014 - 19:09 - keine Kommentare

Constantin von Jascheroff begibt sich in die DDR, jenes Land, in dem er geboren und seine ersten drei Jahre verbrachte. Für die ZDFzeit-Doku „Nicht alles war schlecht“ will der Schauspieler und Sänger herausfinden, wie sein weiteres Leben dort verlaufen wäre.

Die DDR bleibt auch ein Vierteljahrhundert nach ihrem Untergang ein faszinierendes Thema: Sänger und Schauspieler Constantin von Jascheroff gehört zur letzten Generation derer, die geboren wurden, während der Arbeiter- und Bauernstaat noch existierte, ihn aber schon nicht mehr mitbekamen. Für die mehrteilige Doku-Reihe „Nicht alles war schlecht“ will er herausfinden, wie er gelebt hätte, wäre die Mauer nicht gefallen. Hierzu begibt er sich auf Spurensuche in der eigenen Familie, lotet die Chancen aus, die sich ihm ergeben hätten und spricht mit Zeitzeugen. Dabei stellt er fest, dass das Leben in der DDR alles andere als schrecklich gewesen wäre, allerdings sehr anders als angenommen.

Nicht alles war schlecht: ZDFzeit Doku mit Constantin von Jascheroff

Noch immer fällt die Beschäftigung mit der DDR schwer: Je nachdem, wer zu dem Thema befragt wird, teilt die zunehmend verblassenden Erinnerungen in besonders positive oder besonders negative Momente auf, die gescheiterte Utopie steht neben der erzwungenen Diktatur, die Sehnsucht nach der Geborgenheit der Kindheit steht neben der Erinnerung der Überwachung und des Unrechts, das im Sommer 1989 zu massenhafter Flucht führte.

Die „ZDFzeit“ Dokumentation versucht all dies zu beleuchten und doch objektiv zu bleiben: Freie Liebe und hohe Scheidungsraten, Sporterfolge und Doping, Solidarität und Spitzeleien, Reiselust und eingeschränkte Bewegungsfreiheit – die Facetten der DDR waren so vielfältig, dass es keine abschließende Einschätzung geben kann und nur einzelne Erinnerungen bleiben. Für die Doku-Reihe sprechen daher Henry Maske, Andrea Kiewel, Enie van de Meiklokjes, Achim Menzel, Roland Jahn, Jörg Schüttauf und Andreas Schmidt-Schaller über ihre Zeit in dem deutschen Staat, den es nicht mehr gibt.

DDR-Zeitzeugen berichten über ihre Erinnerungen

Dabei bleibt allerdings der Eindruck, dass hier ein schwierig gewählter Titel für ein schwieriges Thema herhalten muss: Hinter der Aussage „Nicht alles war schlecht“ erwartet man eigentlich eine hanebüchene Aussage über den Bau von Autobahnen – wie es durch die „Wilmersdorfer Witwen“ in „Linie 1“ verewigt wurde – und nicht unbedingt eine Ostalgie-Tour mit Constantin von Jascheroff, der sich hier seiner Familiengeschichte nähert, wenn der erste Teil der ZDFzeit-Doku am Dienstag, den 28. Januar 2014 um 20.15 Uhr läuft.

Bild: ZDF / André Böhm

 
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