Arbeitszeit-Debatte: IG Metall macht sich für 30-Stunden-Woche stark

27. Januar 2014 - 13:44 - keine Kommentare

Die IG Metall will eine neue Debatte über die Arbeitszeiten anstreben: Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie soll bei einer Forderung nach einer 30-Stunden-Woche im Vordergrund stehen, die der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, in Verbindung mit neuen Arbeitszeitmodellen vorschlägt.

Manuela Schwesig von der SPD hat als neue Familienministerin unlängst versucht, mit dem Vorschlag einer 32-Stunden-Woche für junge Eltern einen ersten Eindruck im Amt zu hinterlassen und zudem auf die Zeit aufmerksam zu machen, die Familien für die Arbeit opfern – Bundeskanzlerin Merkel hat den Vorstoß sofort abgelehnt. Nun aber regt sich die IG Metall: Deutschlands größte Gewerkschaft will noch einen Schritt weitergehen und macht sich für die 30-Stunden-Woche stark. Ausgangspunkt ist laut Medienberichten eine Umfrage unter Gewerkschaftlern und Nicht-Mitgliedern, die zu einem Großteil einen weiteren freien Tag pro Woche für erstrebenswert halten.

Arbeitszeitmodelle: IG Metall kann sich 30-Stunden-Woche vorstellen

Während die CDU und die SPD die Initiative „Gutes Leben – Lebensqualität in Deutschland“ zur Organisation von „Arbeitszeit und Familienzeit“ (Bundeskanzlerin Merkel) und zur Integration von „Frauen in den Arbeitsmarkt“ (Vizekanzler Gabriel) aufbauen wollen, hat die IG Metall jetzt die 30-Stunden-Woche gefordert, wie sie sich eine Vielzahl der Arbeitnehmer wünschen würden, wie der stellvertretende Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, in einem Zeitungsinterview angab. Mehr als eine halbe Million Beschäftigte seien befragt worden und dabei sei ein deutliches Interesse an neuen Arbeitszeitmodellen gezeigt worden.

Diese müssten nun diskutiert werden, wird Hofmann mit Blick auf die Tarifrunde 2015 zitiert. Über Jahre hatte die IG Metall die 35-Stunden-Woche als wichtigstes Ziel definiert und schon in den 80ern wurden als Gegenargument die wirtschaftlichen Kosten angeführt. Nun soll aber die Arbeit und die Familie bei voller Bezahlung ausgeglichen werden können, denn eine reduzierte Arbeitszeit soll laut der Gewerkschaft auch weiterhin als Vollzeit gelten. Die Regierungsparteien wollen derweil einen „Partnerschaftsbonus“ zahlen, wenn die Elternteile mehr als 25 bis 30 Stunden in der Woche arbeiten.

Arbeit und Familie: Unterschiedliche Ansätze der Regierung und der Gewerkschaft

Darüber hinaus ist ein „Elterngeld Plus“ angedacht, das für einen längeren Zeitraum als bislang gezahlt werden soll, wenn schon sechs Monate nach Geburt des Kindes wieder gearbeitet wird. Für Hofmann von der IG Metall hingegen sollte auch eine Diskussion über verschiedene Arten der Teilzeit angestoßen werden. Denn laut der Gewerkschaftsumfrage sollen sich mehr als die Hälfte der Befragten mehr Zeit wünschen, um Kinder aber auch Angehörige zu pflegen. Auch zur Weiterbildung, für schulische und akademische Abschlüsse, könnten neue Modelle denkbar sein – die von Arbeitnehmern geforderte Flexibilität müsse auch von Seiten der Arbeitgeber geboten werden.

Bild:IG Metall von spdsaar, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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