Prokon Pleite: BaFin soll Kleinanleger besser bei Finanzprodukten schützen

23. Januar 2014 - 12:04 - keine Kommentare

Die Pleite des Windkraft-Unternehmens Prokon hat die Anleger schockiert und nun auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan gerufen: Die Bundesregierung will die Finanzaufsichtsbehörde mit Befugnissen ausstatten, besonders risikoreiche Finanzanlagen für kleine Investoren einzuschränken oder gar verbieten zu dürfen.

Prokon ist es gelungen, mit Versprechungen von traumhaften Zinsen und einem guten Gewissen durch die Investition in einen der wesentlichen Stützpfeiler der Energiewende 75.000 Anleger zu gewinnen, die jeweils mit kleineren Beträgen insgesamt 1,4 Milliarden Euro aufbrachten – Geld, das nun fort ist, denn der Windparkbauer hat Insolvenz anmelden müssen. Es heißt, dass noch bis zum April des Jahres Gehälter und andere Ausgaben bestritten werden können, doch die Investoren dürften leer ausgehen. Das Finanz- und das Justizministerium haben sich nun dafür ausgesprochen, Finanzprodukte, deren Risiko besonders hoch ist, stärker kontrollieren lassen zu wollen.

Windkraft Pleite: Prokon muss Insolvenz anmelden, Kleinanleger verlieren ihr Geld

Hierfür sei dann die BaFin zuständig: Durch die Prokon-Pleite solle ein bereits angelaufenes Entwicklungsprojekt zur stärkeren Absicherung von Kleinanlegern vorangetrieben werden, heißt es in Medienberichten. Im Zuge des Verbraucherschutzes solle der aktuelle Fall aufgearbeitet und entsprechende Prüfungen durchgeführt werden. Die Windkraftfirma hatte sich zum überwiegenden Teil aus sogenanntem Genusskapital finanziert und ihren Investoren zwischen sechs und acht Prozent Zinsen auf ihre Anlagen versprochen. Nun musste die Insolvenz angemeldet werden.

Doch dies kam nicht aus dem heiteren Himmel, zuvor war den Anlegern mit dieser Möglichkeit gleichsam gedroht worden: Bis zum letzten Montag lief ein Ultimatum, bis zu dem sich die Investoren verpflichten sollten, ihren Einsatz in die Firma nicht abzuziehen, da sonst die Pleite drohte. 95 Prozent von ihnen hätten demnach die Treue schwören müssen, damit so etwas nicht geschieht und beinahe wäre der Plan auch aufgegangen: Nur 7,4 Prozent haben ihre Investments gekündigt, allerdings sind auch nur maximal 52 Prozent der Kleinanleger dem Aufruf gefolgt.

BaFin soll Risiko-Finanzprodukte in Zukunft besser prüfen und verbieten können

In Schleswig-Holstein, wo das Hauptinteresse an Windkraftanlagen liegt, hat sich der dortige Wirtschaftsminister Reinhard Meyer von der SPD zudem dafür ausgesprochen, jene Prokon-Anlagen, die Energie produzieren, weiter betreiben zu wollen. Von Prokon hieß es derweil, man könne das Geschäft vorerst weiterhin laufen lassen, denke aber über Änderungen im Geschäftsmodell nach. Mit „dem vorläufigen Insolvenzverwalter und im Dialog mit den Anlegern“ solle „die Zukunftsfähigkeit“ des Unternehmens gesichert werden, wurde direkt nach der Insolvenz-Bekanntgabe verlautet.

Bild:Ökostrom von Rinaldo W., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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