Proteste in Kiew: Demonstranten in der Ukraine fordern Janukowitschs Rücktritt

23. Januar 2014 - 10:26 - keine Kommentare

Die Proteste gegen den ukrainischen Ministerpräsidenten Janukowitsch haben in Kiew gewalttätige Ausmaße angenommen: Nach Toten und Verletzten bei Ausschreitungen am Mittwoch haben die Demonstranten den Maidan-Platz mit hohen Barrikaden gegen die Sicherheitskräfte abgeschottet und bereiten sich auf weitere Zusammenstöße vor.

Nach dem am Mittwoch die Gewalt bei den Protesten in Kiew gegen die Regierung von Ministerpräsident Janukowitsch eskalierte, haben die Demonstranten nun auf dem zentralen Platz der ukrainischen Hauptstadt die Barrikaden in der Nacht erweitert. Die Oppositionsführer, darunter Boxweltmeister Witali Klitschko, haben den Rücktritt der Regierung gefordert und bekundeten, keine Angst vor den Scharfschützen zu haben, die rund um den Maidan positioniert wurden: Bei den Ausschreitungen am Mittwoch waren von der Seite der Demonstranten Molotow-Cocktails geworfen worden, die Polizei prügelte mit Knüppel auf ihre Gegner ein und wandte Gummigeschosse an – 5 Menschen wurden nach Angaben von Ärzten getötet, 300 wurden verwundet.

Demonstrationen in der Ukraine: Tote und Verletzte bei Zusammenstößen in Kiew

Der pro-russische Ministerpräsident hatte ein hartes Vorgehen angekündigt, das zu Straßenschlachten führte, in denen in Kiew Schützenpanzer eingesetzt wurden und die Protestler Reifen anzündeten – tausende von ihnen blieben in der Nacht auf dem Maidan-Platz und erhöhten die Barrikaden unter anderem durch mit Schnee gefüllte Säcke, während die Anführer der Regierungsgegner auf der Bühne noch einmal vorgezogene Neuwahlen forderten, mit denen Janukowitsch ein weiteres Blutvergießen verhindern könnte.

Denn nachdem die Demonstranten und die Sicherheitskräfte auf so gewaltsame Weise aufeinanderstießen, zweifelt in der Ukraine niemand mehr daran, dass es bald zu noch heftigeren Ausschreitungen kommen wird: Arsenij Jazenjuk, Ex-Außenminister und Parteigenosse der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko, hatte dem Ministerpräsidenten nur 24 Stunden gegeben, um eine Entscheidung im Sinne der Protestler herbeizurufen.

Klitschko und Timschenko fordern Janukowitschs Rücktritt

Zuvor hatten er, Klitschko und weitere Oppositionelle vergeblich Gespräche mit dem Ministerpräsidenten geführt. Ein Ende des Einsatzes von Gewalt konnte in diesem drei Stunden andauernden Treffen nicht vereinbart werden, stattdessen wurde von der Regierungsseite das Verbot von Wasserwerfern bei Temperaturen unter null Grad aufgehoben.

Auch Julija Timoschenko hat sich in einem offenen Brief geäußert: Sie warnte vor einem „Blutbad“, falls die Regierung nicht zurücktrete. Auf dem Maidan in Kiew macht man sich derweil für eine Stürmung der Barrikaden durch die Sicherheitskräfte bereit, während auch neue Großdemonstrationen der tausenden Protestler in der Ukraine für Donnerstag angekündigt wurden.

Bild:Polizei Ukraine von mac_ivan, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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