Olympia in Sotschi 2014: USA fürchtet Terroranschläge

21. Januar 2014 - 10:06 - keine Kommentare

In den USA herrscht die Befürchtung vor, die Olympischen Spiele in Sotschi – vor allem deren Eröffnungsfeier – könnten von terroristischen Attentätern als Ziel auserkoren worden sein. Da die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bemängelt werden, will die US-Marine nun Kriegsschiffe ins Schwarze Meer schicken.

Wenn so viele Menschen an einem Platz zusammenkommen wie bei den Olympischen Spielen, wächst vor allem in Amerika die Sorge vor terroristischen Anschlägen, zumal demnächst in Sotschi die USA die größte Sportlergruppe stellen, von den Besuchern und den Offiziellen ganz zu schweigen – da es aber von russischer Seite aus keine Bestrebungen gibt, die Sicherheitskräfte zu Eröffnungsfeier gemäß den US-Wünschen zu instruieren oder mit der CIA gemeinsam zu arbeiten, haben die Vereinigten Staaten nun beschlossen, selbst eine Vorsichtsmaßnahme zu treffen: Die Marine wird mit zwei Kriegsschiffen und einigen Transportflugzeugen im Schwarzen Meer kreuzen und sich bereithalten, falls Hilfe aus Russland erbeten würde.

Angst vor Terror bei Olympia: USA entsendet Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Tatsächlich ist es in erster Linie eine politische Problematik, die anhand der Olympischen Spiele in Sotschi durchgespielt wird: Mit 50.000 Sicherheitsleuten und umgerechnete drei Milliarden Dollar, die für die Sicherheit ausgegeben werden hat die Regierung von Wladimir Putin nicht eben geringe Maßnahmen ergriffen, doch die USA misstrauen den Fähigkeiten der Russen. Ex-CIA-Chef Michael Morell mutmaßte in einem Fernsehinterview, dass in Russland „nicht die komplette Kontrolle“ gehalten werde.

CIA-Mitarbeiter will man in Sotschi jedoch nach wie vor nicht sehen: Nicht erst seit der Spionage-Affäre und dem zeitweiligen Asyl, das in Russland dem sogenannten „Whistleblower“ Edward Snowden gewährte, sind die Beziehungen  zwischen den USA und dem derzeitigen Gastgeberland der Olympischen Spiele angespannt und die Präsenz von Auslandsagenten des US-Geheimdienstes könnte die diplomatischen Verstrickungen nicht eben erleichtern. Vom FBI werden dennoch 40 Agenten entsandt, während es bei vergangenen Spielen bis zu 100 waren.

Diplomatische Beziehungen mit Russland: US-Kongress bemängelt unzureichende Zusammenarbeit

Im US-Kongress und im Weißen Haus wird derweil darüber beraten, inwieweit eine Terrordrohung einer Gruppe aus Tschetschenien ernst zu nehmen sei, die am vergangenen Wochenende auf einer Webseite auftauchte. Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, bemängelte auch dahingehend die Zusammenarbeit mit Moskau.
Den 15.000 Besuchern aus den Vereinigten Staaten wurde vorsichtshalber nahegelegt, sich eine private Zusatzversicherung zu besorgen und vorsichtig zu sein. Etliche der US-Sportler haben ihre eigenen Sicherheitsdienste engagiert, Snowboard-Medaillenträger Seth Westcott kündigte an, die Eröffnungsfeier am 07. Februar 2014 aus Angst vor einem Terroranschlag nicht besuchen zu wollen.

Bild:USA Kriegsschiffe von Official U.S. Navy Imagery, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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