Gelber Engel Eklat: ADAC-Führung gibt Manipulationen zu

20. Januar 2014 - 12:05 - keine Kommentare

Die Preisverleihung des „Gelben Engels“ des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs wurde von Zeitungsberichten, beim Publikumspreis seien die Zahlen manipuliert worden, erschüttert: Nach anfänglichen, teilweise heftig ausfallenden Dementis, hat nun die Geschäftsführung des ADAC zugegeben, dass die Abstimmungsergebnisse seit Jahren gefälscht wurden.

Letztens sprach ADAC-Chef Karl Obermair noch von „komplettem Unsinn“, „Unterstellungen und Unwahrheiten“ und einem „Skandal des Journalismus“ im Versuch, die Vorwürfe, sein Automobilclub habe die Zahlen der „Gelber Engel“ Abstimmungen gefälscht, von sich zu weisen – nun ist er zurückgerudert und hat seinen Kommunikationschef Michael Ramstetter vorgeschickt, um die Verantwortung zu übernehmen: Er habe „Scheiße gebaut“, wie er in Medienberichten zitiert wird, ging aber nicht weiter darauf ein, wie dies zu verstehen sei. Der „Süddeutschen Zeitung“ gegenüber, die den ursprünglichen Manipulationsbericht lieferte, sagte der Geschäftsführer des ADAC, schon seit Jahren seien die Teilnehmerzahlen gefälscht worden.

Manipulationen beim ADAC Preis: Geschäftsführung bestätigt Gelber Engel Vorwürfe

Der Publikumspreis als derzeitiges „Lieblingsauto der Deutschen“ ging an den VW Golf, doch die Zahlen, die dieses Ergebnis rechtfertigten, entsprachen nicht der Realität: Sie seien „geschönt“ worden, heißt es in Medienberichten, wobei zurzeit weder klar ist, wie die Abstimmungszahlen verändert wurden, noch wie die systematische und über Jahre anhaltende Fälschung vonstattenging. Offenbar scheint der ADAC-Kommunikationschef allerdings sowohl die Anzahl der Beteiligungen an der Publikumsabstimmung als auch deren Wahl abgeändert.

Michael Ramstetter hat laut der Online-Ausgabe des „Spiegels“ seine Ämter „wegen des Betrugs“ niedergelegt – die eingegangenen Stimmen seien zehnmal weniger gewesen als eigentlich vom ADAC angegeben. Die Fälschungen seien jedoch nur in dieser Kategorie vorgefallen, beeilte sich der Automobilclub seiner Bestätigung der Manipulationsvorwürfe hinzuzufügen. In den Jahren 2012 und 2013, unter Umständen auch darüber hinaus, sei es zur künstlichen Erhöhung der Teilnehmerzahlen gekommen, die Platzierungen für den „Gelben Engel“ seien davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Automobilclub-Kommunikationschef übernimmt volle Verantwortung und legt Ämter nieder

Die interne Prüfung hielte an, würde sich jedoch auf Aufzeichnungen früherer Jahre stützen, da die Stimmzettel aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ vernichtet wurden, wie es in Medienberichten unter Berufung auf den Automobilclub heißt. Michael Ramstetter habe die „alleinige persönliche Verantwortung“ übernommen, ließ der ADAC am Sonntag in einer Mitteilung verlauten – dennoch kann als gesichert gelten, dass der gute Leumund des größten Automobilclubs in Europa mit 19 Millionen Mitgliedern fürs Erste geschädigt sein dürfte. Denn viele Autofahrer stützen ihren Autokauf nicht zuletzt auch auf Empfehlungen des ADAC, deren Wahrheitsgehalt nun zunächst hinterfragt werden wird.

Bild:ADAC von Chiemgau – Bayerns Lächeln, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Gelber Engel Eklat: ADAC-Führung gibt Manipulationen zu

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!