EU-Subventionen: Agrarkommissar will sich gegen Exportzuschüsse aussprechen

17. Januar 2014 - 13:51 - keine Kommentare

Zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin will sich EU-Agrarkommissar Dacian Cilios dafür aussprechen, die Subventionen für landwirtschaftliche Ausfuhren aus Europa in Entwicklungsländer in Afrika einzustellen – die Agrarpolitik solle mit der Entwicklungspolitik in Einklang gebracht werden, zitiert ihn „Spiegel Online“.

Die Internet-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ berichtet darüber, das Redemanuskript des für Agrarpolitik zuständigen EU-Kommissars Dacian Cilios eingesehen zu haben: Er wird am Freitag, den 17. Januar 2014 die größte Landwirtschaftsmesse der Welt, die Internationale Grüne Woche Berlin, eröffnen und dabei auch über einen der schwierigsten und umstrittensten politischen Punkte des Bereiches sprechen. Es wird um die Erstattung von Kosten gehen, die landwirtschaftliche Produzenten und Lebensmittelhersteller bekommen, wenn sie ihre Ware in afrikanische Entwicklungsländer exportieren – hierdurch werden die dortigen Bauern um ihre Erträge gebracht, da sich nicht gegen die billige Ware aus Europa mit der eigenen Produktion ankommen können.

Agrarkommissar Cilios will EU-Zuschüsse für Exporte in Entwicklungsländer abschaffen

Diese Ausfuhrhilfen für europäische Erzeuger werden schon seit geraumer Zeit kritisiert: Sowohl Nichtregierungsorganisationen wie auch Bauern aus Afrika sehen darin nicht die Möglichkeit, ihre Regionen mit Lebensmitteln zu versorgen, sondern die Verhinderung der Eigenproduktion – diese unfaire Erleichterung des Absatzes führt demnach dazu, dass sie der Entwicklungshilfe der Länder entgegen läuft.

Die Subventionen der EU sind schon seit einiger Zeit rückläufig: Vor rund 20 Jahren wurden insgesamt noch zehn Milliarden Euro für die Ausfuhrerstattungen gezahlt, wurden zuletzt 2012 nur noch 147 Millionen Euro errechnet. Zudem ist die finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie bei Exporten dieser Art nur noch auf Krisenzeiten begrenzt.

Afrikanische Kleinbauern leiden unter Differenzen zwischen Agrarpolitik und Entwicklungshilfe

Gerade jedoch Kleinbauern würden unter den Exportzuschüssen leiden: Da sie nicht mit den subventionierten und entsprechend geringeren Preisen der europäischen Konkurrenz mithalten können, würden sie ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht verkauft bekommen und daher auch ganz auf die Agrarwirtschaft verzichten – die Produktion einheimischer Lebensmittel würden demnach weiter zurückgehen, befürchtet Cilios.

So zumindest beschreibt es die Online-Ausgabe des „Spiegel“ unter Berufung auf das Manuskript der Rede des Agrarkommissars: Wenn Dacian Cilios am Freitag zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche Berlin spricht, wird man mehr über seinen Standpunkt erfahren.

Bild:Landwirtschaft von pfatter, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: EU-Subventionen: Agrarkommissar will sich gegen Exportzuschüsse aussprechen

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!