Millionärswahl auf Sat.1: Elton und Jeannine Michaelsen präsentieren Castingshow

10. Januar 2014 - 18:45 - keine Kommentare

Auf Sat.1 werden in der zweiten Ausgabe der „Millionärswahl“ weitere Talente oder Vorhaben präsentiert: Das Publikum wählt dann, welcher der Casting-Teilnehmer mit einer Millionen Euro warum auch immer bedacht werden soll – so richtig funktioniert das eigentlich interessante Format aber nicht.

Pro7 hat seine neue Casting-, Spiel- und Event-Show gestartet: Bei der „Millionärswahl“ stellen sich im Fernsehen jene Leute vor, die zuvor im Internet genügend Stimmen sammeln für ihr Vorhaben konnten. Ganz unterschiedliche Charaktere wurden bei Elton und Jeannine Michaelsen gezeigt, doch vor allem musste am Ende des Abends eingesehen werden, dass die angestrebte Demokratie in der Wahl der KandidatInnen kein gutes Konzept ist. Und so richtig scheinen Pro7 und Sat.1 ihrem Konzept auch nicht zu trauen: Zwar freut sich der Sender über den Zuschauer-generierten Inhalt, der ihn ein müdes Lächeln kostet, und auch teilen sich die Schwestersender das Format wie bei „The Voice of Germany“, doch alleine die Wahl des Moderatoren-Teams deutet darauf hin, dass die Mediengruppe eigentlich nicht weiß, was sie mit der „Millionärswahl“ anfangen will.

Millionärswahl: Schlechtes Konzept schlecht vorgeführt und schlecht umgesetzt

Vielleicht ist das Konzept zu modern, YouTube-Unterhaltung erstellen zu lassen, vielleicht ist es zu zynisch, damit Quoten und Werbeeinnahmen zu erschließen und den kreativen KandidatInnen mit Peanuts abzuspeisen. Vielleicht wollten sich auch einfach nicht genügend wirklich gute Leute an einem dermaßen abgedroschenen Format anbiedern, bei dem mächtig auf die Tränendrüse gedrückt werden muss, um den Gewinn gleichsam zu erbetteln. Oder vielleicht fehlt auch die Logik, unbekannten Menschen ihre Freizeitbeschäftigung zu finanzieren.

Der wahrscheinlichste Grund für das grandiose Scheitern der unausgegorenen Show, die irgendwie online vorbereitet wurde, tatsächlich aber aus dem Nichts auftauchte, sich als spaßfreier „Wetten, dass…?“ Ableger geriert und dann plötzlich als noch langweiligerer „Supertalent“-Klon vor allem dazu da ist, dass Pro7 und Sat.1 möglichst billig ihre Sendezeit füllen können, mag aber darin zu finden sein, dass manche der Kandidaten zwar gute und wohltätige Ideen haben, diese aber nicht unbedingt Show-tauglich vorführen können, und andere halbwegs passable Talente aufweisen, deren notwendige Finanzierung nicht ganz klar wird.

Elton und Jeannine Michaelsen präsentieren Casting- oder Spiel-Show im demokratischen Format

Und weil es sich bei der „Millionärswahl“ eben um eine Casting- und Spiel-Show handelt, die einen gewissen Schauwert haben muss – ein Patenonkel, der ein behindertes Kind unterstützt, muss sich folgerichtig an einem Gebäude abseilen, um gewählt zu werden. Was auch immer das mit dem Sinn und Zweck seines Anliegens zu tun haben mag. All das wissen auch Elton und Jeannine Michaelsen nicht, die sich als Moderations-Duo nicht fähig erwiesen, durch eine Sendung zu führen, die rein theoretisch durchaus innovativ sein könnte. Stattdessen reißt Stefan Raabs Ex-Praktikant Zoten und seine Kollegin preist Autos an. Die „demokratische Abstimmung“ am Ende war dann nur noch ein schlechter Witz.

Insgesamt acht Folgen – nun nur noch sieben – werden benötigt, um die 49 verbliebenen KandidatInnen vorzustellen. Sat.1 übernimmt die Show am Freitag, den 10. Januar 2014 ab 20.15 Uhr, nächsten Donnerstag geht es bei der „Millionärswahl“ dann zurück zu Pro7.

Bild:SAT.1/ProSieben – Fotograf: Benedikt Mueller

 
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